Satellitenbild der Woche Lichtermeer

Was glüht da so geheimnisvoll in der Andamanensee und im Golf von Thailand? Unweit der Metropole Bangkok lässt sich aus dem All ein großflächiges grünes Leuchten ausmachen. Dafür gibt es eine beeindruckende Erklärung.

Fischerboote (grün) und Siedlungen (hell)
NASA

Fischerboote (grün) und Siedlungen (hell)


Klar, Musicals sind nicht jedermanns Sache. Aber zumindest die Älteren unter Ihnen (sorry!) werden diesen Song wohl kennen - auch wenn Sie vielleicht nicht unbedingt wissen, dass er den zweiten Akt des Musicals "Chess" der Abba-Gründer Björn Ulvaeus und Benny Andersson eröffnet: "One Night in Bangkok", von Murray Head, ein ziemlich beharrlicher Achtzigerjahre-Ohrwurm.

Die Nächte in der thailändischen Hauptstadt funkeln. In der Metropolregion leben ungefähr 15 Millionen Einwohner - wobei die Zahlen von 2010 stammen, inzwischen dürften es noch einmal deutlich mehr sein. Dazu kommen jedes Jahr mehr als 23 Millionen Touristen. Bangkok kämpft seit Jahren mit Hongkong und London um den Titel der meistbesuchten Stadt der Welt. Aktuell liegt man auf Platz zwei.

Fotostrecke

27  Bilder
Satellitenbild der Woche: Schnappschüsse aus dem All

Aus dem All lässt sich das Lichtermeer von Bangkok gut erkennen, wie ein kürzlich von der Nasa veröffentlichtes Bild zeigt. Es entstand im Dezember 2017 auf der Internationalen Raumstation - und zeigt gleich zwei Kontraste. Da ist der Helligkeitsunterschied zwischen Thailands funkelnder Hauptstadtregion in der Bildmitte und dem rechts liegenden, deutlich dunkleren Staatsgebiet von Kambodscha. Hier ist die Gegend ländlich geprägt, nachts wird nicht gefeiert, sondern geschlafen.

Aber da ist noch etwas: In der Andamanensee links im Bild und im Golf von Thailand, unter dem Lichtermeer von Bangkok gelegen, finden sich zahllose grüne Leuchtpunkte. Sie stammen von Fischerbooten, die nachts auf gute Beute hoffen - und zwar auf Tintenfische.

Fotostrecke

6  Bilder
LED-Boom: Alles ist erleuchtet

Um die Tiere fangen zu können, umwerben die Fischer deren Beute: Mit dem Licht locken sie Plankton und kleine Fische an. Die Tintenfische folgen ihnen - und gelangen so in die Reichweite der Fischer. Auch im Atlantik vor der Küste von Argentinien wird diese Fangtechnik eingesetzt. Dabei werden pro Boot teils Hunderte Lampen eingeschaltet, oft mit einer Gesamtleistung bis zu 300 Kilowatt.

Noch mal zurück zu "One Night in Bangkok". Wenn Sie den Song jetzt doch gern im Ohr hätten, dann bitte hier entlang. Aber sagen Sie nicht, wir hätten Sie nicht gewarnt.

Mehr zum Thema


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.