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Raumfahrt: Briten planen Weltraumbahnhof im eigenen Land

Virgin Galactics "SpaceShip2": Ende 2014 sollen Touristen ins All starten Zur Großansicht
AP/ Clay Observatory/ Virgin Galactic

Virgin Galactics "SpaceShip2": Ende 2014 sollen Touristen ins All starten

Es wäre der erste Weltraumbahnhof auf europäischem Boden: Großbritannien will angeblich bis 2018 auf der Insel einen Startplatz für Flüge ins All bauen. Sechs Orte sind im Gespräch.

Großbritannien will angeblich bis 2018 einen funktionsfähigen Raumfahrtbahnhof für kommerzielle Flüge ins Weltall bauen. Entsprechende Pläne sollen am Dienstag auf der Luftfahrtmesse in Farnborough bei London vorgestellt werden. Der Bahnhof soll sowohl Touristen ins All bringen, als auch kommerziell genutzte Satelliten, berichtete der "Guardian".

Wo genau der Weltraumbahnhof entstehen soll, ist noch offen. Die Regierung wolle am Dienstag acht mögliche Standorte nennen, schreibt der "Guardian" unter Berufung auf den britischen Wissenschaftsstaatssekretär David Willetts weiter. Davon lägen sechs in Schottland, wo allerdings am 18. September über die Unabhängigkeit von Großbritannien abgestimmt wird.

Die Liste der möglichen Standorte wird am Dienstag bekannt gegeben. Laut "Guardian" halten Experten Nordschottland, Bristol im Südwesten Englands, Norfolk im Osten Englands und die Äußeren Hebriden an der Westküste von Schottland für wahrscheinliche Standorte.

Nur Wahlkampfwerbung?

Die private Raumfahrtfirma Virgin Galactic hatte Lossiemouth im Nordosten Schottlands als möglichen Standort für einen Raumfahrtbahnhof genannt. Westlich der Stadt liegt bereits eine große Station der Royal Air Force (RAF). Neben Virgin Galactic könnte auch der amerikanische Anbieter privater Raumflüge XCOR den Bahnhof nutzen.

Kritiker halten die Pläne für ein werbewirksames Wahlkampfversprechen. Darauf deuten auch Zahlen aus dem Wirtschaftsministerium hin, die laut "Guardian" ebenfalls am Dienstag vorgelegt werden sollen. Demnach sei der britische Weltraumsektor in den vergangenen zwei Jahren um gut sieben Prozent gewachsen und Arbeitgeber für 34.000 Menschen. Bis 2030 sollen Arbeitsplätze für 100.000 Menschen entstehen.

Kritik löst auch der enge Zeitplan aus. Das Vorhaben scheine im angegebenen Zeitrahmen kaum zu verwirklichen zu sein. Es wäre der erste Weltraumbahnhof auf europäischem Boden. Großbritannien hat bisher kaum Erfahrungen in der Raumfahrt, mit Helen Sharman sandte das Land bisher - an Bord einer russischen Raumkapsel - nur eine einzige Astronautin ins All.

Die private Raumfahrtfirma Virgin Galactic will Ende 2014 die ersten Touristen von New Mexico aus ins All schicken. Der Flug soll umgerechnet etwa 150.000 Euro kosten und wird den Touristen sechs Minuten in der Schwerelosigkeit bescheren. Anschließend will das Unternehmen neue Standorte erschließen.

jme/dpa

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insgesamt 35 Beiträge
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1. Im Nordosten Schottlands?
hman2 14.07.2014
Haben diese Leute jemals einen Blick auf einen Globus geworfen und die Entfernung Großbritanniens, noch dazu Schottlands, vom Äquator bemerkt?
2. Ich bin jetzt nicht der 0815-Nörgler
Apfelsaftkonzentrat 14.07.2014
Aber ein britischer Freund von mir startet jetzt eine Ausbildung in Deutschland, weil es in Grossbritannien für Jugendliche fast keine Ausbildungsplätze oder Arbeit gibt. Prioritäten?
3.
Hermes75 14.07.2014
Die geographische Lage Englands ist für kommerzielle Raktenstarts ziemlich schlecht geeignet. So weit nördlich brauchen die Raketen mehr Treibstoff um die gewünschte Umlaufbahn zu erreichen. Außerdem ist die gute britische Seeluft mit ihrem Salzgehalt den empfindlichen Raketen bestimmt nicht zuträglich.
4.
dliblegeips 14.07.2014
Zitat von Hermes75Die geographische Lage Englands ist für kommerzielle Raktenstarts ziemlich schlecht geeignet. So weit nördlich brauchen die Raketen mehr Treibstoff um die gewünschte Umlaufbahn zu erreichen. Außerdem ist die gute britische Seeluft mit ihrem Salzgehalt den empfindlichen Raketen bestimmt nicht zuträglich.
Es geht auch nicht darum einen Nutzlast in eine Geostationäre Umlaufbahn zu bringen sondern um mit einem Flugzeug in der obersten Schicht der Atmosphäre zu fliegen. Diese Flüge können nur über Unbewohnten Gebiet durchgeführt werden, also über dem Meer. Für Polare Umlaufbahnen kann man auch im Norden starten, dies machen die Russen auch so.
5.
lordax 14.07.2014
Zitat von Hermes75Die geographische Lage Englands ist für kommerzielle Raktenstarts ziemlich schlecht geeignet. So weit nördlich brauchen die Raketen mehr Treibstoff um die gewünschte Umlaufbahn zu erreichen. Außerdem ist die gute britische Seeluft mit ihrem Salzgehalt den empfindlichen Raketen bestimmt nicht zuträglich.
Die Touristen-Raumfahrt erreicht derzeit noch keine Umlaufbahnen, das sind nur suborbitale Hüpfer. Und selbst wenn wäre das Ziel vermutlich eine Bahn mit hoher Inklination, die sich vom Norden aus genauso gut erreichen lässt wie vom Äquator.
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