"Herschel" sieht gern jungen Rackern zu. In der vergangenen Woche veröffentlichten Esa-Forscher Bilder ihres Weltraumteleskops, auf denen heranwachsende Sterne und die sie umgebenden Wolken zu sehen sind (siehe auch Fotostrecke). Eine neue Aufnahme zeigt nun, dass die kosmischen Halbstarken dabei zumindest in manchen Fällen wundersame Löcher ins All zaubern können.
Bisher vermuteten Wissenschaftler, dass hier die Wolke aus Staub und Gas so dicht ist, dass kein Licht hindurch dringen kann. In dieser sogenannten Globule könnten - ganz unbeobachtet - weitere Sterne entstehen. Das ließ zumindest ein Bild des "Hubble"-Weltraumteleskops vermuten, das die Region im März 2000 untersucht hatte.
Das neue "Herschel"-Bild legt nun aber nahe, dass das All in diesem Bereich tatsächlich weitgehend leer ist - denn auch für die extrem sensiblen Infrarot-Instrumente des Esa-Teleskops bleibt das Areal schwarz. "Noch nie hat jemand solch ein Loch gesehen", sagt Tom Megeath von der University of Toldeo (US-Bundesstaat Ohio). Er hatte die von "Herschel" untersuchte Region anschließend mit erdbasierten Teleskopen in den Blick genommen - und auch auf diese Weise keinen Beleg für eine besonders dichte Wolke finden können.
Astronomen vermuten nun, dass das Loch in NGC 1999 durch schnelle Ströme von Gas entstanden ist. Sie könnten von dem jungen Stern ins All geschossen sein. Unter Umständen habe auch starke Strahlung eines älteren, benachbarten Sterns dazu beigetragen, das Areal von Staub und Gas zu befreien.
chs
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