Himmelsspektakel: Venus und Jupiter rücken eng zusammen

Ihre Bahnen liegen weit auseinander, doch von der Erde aus gesehen kollidieren Venus und Jupiter in der Nacht zum Dienstag beinahe. Die beiden hellen Planeten sind dann nur drei Grad voneinander entfernt.

Venus und Jupiter: Rendezvous am Himmel Fotos
SPIEGEL ONLINE

Es wird eng am Himmel heute Nacht. Denn dann kommen sich Venus und der Gasplanet Jupiter sehr nahe. Die hellen Himmelskörper nähern sich bis auf drei Grad an. Dann passen gerade noch zwei Finger an einem ausgestreckten Arm zwischen sie. Mancher Hobbyastronom prophezeit deshalb schon die eine oder andere Ufo-Meldung.

Die Planeten treffen allerdings nur scheinbar aufeinander. In Wahrheit sind ihre Bahnen sehr weit voneinander entfernt. Nur für den Betrachter auf der Erde wirkt es so, als würden Jupiter und Venus fast zusammenstoßen.

Das Rendezvous währt nur kurz, schon nach wenigen Tagen steht Jupiter ein ganzes Stück unterhalb der Venus. Zu beobachten ist das Schauspiel kurz nach Sonnenuntergang am westlichen Nachthimmel etwa 30 Grad über dem Horizont. Venus ist der etwas hellere Planet. In der Nacht zum Dienstag beträgt der Abstand nach Angaben des Magazins "Sky & Telescope" 3,1 Grad, eine Nacht später dann nur noch 3,0 Grad.

Die beiden Himmelskörper unterscheiden sich deutlich: Venus ist etwa so groß wie die Erde und besitzt wie diese eine felsige Oberfläche und eine Atmosphäre. Einst gab es sogar Vulkane auf der Venus. Noch vor 250.000 Jahren, als bereits nahe Verwandte des Menschen die Erde bevölkerten, floss Lava auf dem Nachbarplaneten, berichteten Wissenschaftler im Jahr 2010.

Jupiter ist ein Gasplanet und mehr als zehnmal so groß wie die Erde. Er ist der erste Planet, der sich nach der Entstehung der Sonne formte. Das heißt, er verleibte sich den größten verbliebenen Teil an Staub und Gasen im frühen Sonnensystem ein. Mit seiner Anziehungskraft reinigte der große Planet die Region bis zur heutigen Erdbahn von kleineren Himmelskörpern - ähnlich wie ein Staubsauger. Die Frage, ob Jupiter einen festen Kern hat oder nicht, will die Nasa mit ihrer Sonde "Juno" klären, die momentan in Richtung des Gasplaneten unterwegs ist.

Die Begegnung der beiden Planeten in der kommenden Nacht mag spektakulär sein. Mit noch viel mehr Spannung fiebern Hobby-Astronomen jedoch dem sogenannten Venus-Transit im Sommer entgegen. Am 6. Juni wird die Planetenbahn den Weg der Sonne kreuzen - und man wird die Venus von der Erde aus als dunklen Punkt auf der Sonne beobachten können.

hda

Diesen Artikel...
  • Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.
  • Auf anderen Social Networks teilen

News verfolgen

HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:

alles aus der Rubrik Wissenschaft
Twitter | RSS
alles aus der Rubrik Weltall
RSS
alles zum Thema Astronomie
RSS

© SPIEGEL ONLINE 2012
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH



  • Drucken Senden
  • Nutzungsrechte Feedback
Testen Sie Ihr Wissen!

Fotostrecke
Planetenentstehung: Wanderjahre des jungen Jupiter

Fotostrecke
"Venus Express": Sonde entdeckt geologische Aktivität