Hunderte Bilder aus dem All Astronaut im Fotorausch

Fünf Monate im All und die Hand ständig am Auslöser: Der italienische Esa-Astronaut Paolo Nespoli hat mehr als 700 Fotos auf Flickr veröffentlicht, die während des Aufenthalts auf der Raumstation ISS entstanden sind. Die Aufnahmen zeigen Städte, Wüsten, Flusstäler und Wirbelstürme.

AP/ NASA

Berlin/Moskau - Drei Astronauten sind am Dienstagmorgen sicher mit einem russischen Raumschiff von der Internationalen Raumstation ISS zur Erde zurückgekehrt. "Sojus TMA-20" mit Dmitri Kondratjew aus Russland, Catherine Coleman aus den USA und Paolo Nespoli aus Italien an Bord sei um 4.27 Uhr deutscher Zeit in der kasachischen Steppe rund 147 Kilometer östlich der Stadt Dsheskasgan gelandet, teilte die Raumfahrtagentur Roskosmos in Moskau mit. Das Trio hat 159 Tage auf der Umlaufbahn gearbeitet.

"Sojus TMA-20" hatte am Montagabend um 23.15 Uhr von der Station abgelegt. Das Manöver wurde erstmals in der ISS-Geschichte durchgeführt, während ein US-Space Shuttle - in diesem Fall die "Endeavour" - angedockt war. Kommandant Kondratjew steuerte das Raumschiff rund 200 Meter von der Station weg, um sie fotografieren und filmen können.

Die Foto-Session zwischen 23.50 Uhr und 00.10 Uhr, zu der Paolo Nespoli aus der Landekapsel in die Gerätesektion schweben musste, fand auf Wunsch der US-Luft- und Raumfahrtbehörde Nasa statt. Die Nasa-Ingenieure betonten, bei den Aufnahmen, die Nespoli machte, gehe es weniger um Ästhetik, als vielmehr um technische Fragen.

Da die Bilder nicht direkt aus der Sojus-Kapsel zur Erde geschickt werden konnten, mussten die Nasa-Mitarbeiter bis nach der Landung warten. Die Kameras ließ Nespoli in dem Teil der Sojus-Kapsel zurück, der bei der Rückkehr zur Erde in der Atmosphäre verbrennt. Vorher entnahm er aber die Speicherkarten, woran er von der Bodenkontrolle mehrmals erinnert wurde.

Der italienische Astronaut hatte während seines fünfmonatigen ISS-Aufenthalts Hunderte Fotos gemacht und sie in seinem Flickr-Stream veröffentlicht. Die Aufnahmen zeigen faszinierende Muster in Ozeanen und Wolken - aber auch Städte und vom Menschen urbar gemachte Wüsten. Nach Esa-Angaben hat Nespoli pro Tag im Schnitt vier Fotos hochgeladen. Diese wurden mehr als sieben Millionen Mal angeklickt.

Nespolie war auch als Twitterer aktiv. Er hat als @astro_paolo mehr als 46.000 Follower, sendete insgesamt 1296 Tweets, nun dürfte nun der bekannteste europäische Astronaut in der Social Media-Sphäre sein.

hda/dapd

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