Satellitenbild der Woche Netz am See

Der Huronsee in Nordamerika ist der drittgrößte Süßwassersee der Erde. Früher jagte man an seinen Ufern Bisons und Biber. Heute spielt auch die Landwirtschaft eine wichtige Rolle, wie der Blick aus dem All zeigt.

Copernicus Sentinel data / ESA


Einst waren seine Ufer von dichtem Wald gesäumt, heute gibt es zum Teil auch eine intensive landwirtschaftliche Nutzung: Der Huronsee zählt zu den fünf Großen Seen in Nordamerika, durch ihn verläuft die Grenze zwischen den USA und Kanada. Er ist außerdem der drittgrößte Süßwassersee der Erde.

Das Bild oben stammt vom europäischen Satelliten "Sentinel-2A", es zeigt den Huronsee aus dem All und entstand bereits im vergangenen Jahr. Veröffentlicht wurde es erst in dieser Woche. Zu sehen ist ein Teil des Sees, der im US-Bundesstaat Michigan liegt, die Saginaw Bay mit mehreren Inseln: Heisterman Island, North Island und Middle Grounds Island.

Im sonst tiefblauen Seewasser sind an der Küste hellere Bereiche zu erkennen. Hier bringen Zuflüsse Sedimente ins Wasser und lassen so kleinere Algenblüten entstehen. Das hat auch mit der landwirtschaftlichen Nutzung der Flächen in der Umgebung des Sees zu tun.

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Denn was aus dem All aussieht, als sei ein riesiges Netz über die Landschaft gelegt worden, sind einzelne Felder. Mais und Soja wachsen dort, auch Heu wird gemacht. Die Düngerreste der Landwirtschaft landen im See - und lassen dort die Algen sprießen.

Seinen Namen hat der Huronsee von französischen Entdeckern bekommen. Diese benannten ihn nach dem indianischen Stammesverband der Wyandot, die auch Huronen genannt werden.

Aus dieser Zeit stammt auch eines der großen Mysterien des Sees: Als im 17. Jahrhundert der französische Entdecker Robert Cavelier de La Salle auf der Suche nach einer Nordwest-Passage durch Nordamerika war, brauchte er Geld, um seine weiteren Expeditionen ins Landesinnere zu finanzieren. Und dieses Geld wollte er mit Pelzen verdienen, zum Beispiel von Bisons und Bibern, die er den traditionellen Bewohnern im Gebiet der Großen Seen abkaufte.

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Zum Transport der wertvollen Fracht ließ er 1679 in der Nähe von Buffalo ein Schiff bauen, die "Le Giffron". Der rund zehn Meter lange Zweimaster mit seinen sieben Kanonen war ein spektakulärer Anblick - vor allem weil vorher meist nur Kanus auf dem See unterwegs gewesen waren.

Dumm nur: Nachdem La Salle auf einer Insel im Michigansee im großen Stil Pelze gekauft hatte, verschwand das Schiff auf der Rückreise von dort. Und wurde bis heute nicht gefunden. Womöglich ging es in einem schweren Sturm unter. Und womöglich zählt es damit zu den mehr als tausend Schiffswracks, die im kalten Wasser am Grund des Huronsees liegen.

chs



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