"Huygens"-Sonde Video zeigt spektakuläre Titan-Landung

Die Landung der Raumsonde „Huygens“ in der bis dahin unbekannten Welt des Saturnmonds Titan faszinierte Astronomen. Jetzt haben US-Forscher aus den umfangreichen Messdaten ein spektakuläres Video der Landung erstellt.


Als „Huygens“ am 14. Januar 2005 zur Landung ansetzte, lief alles wie am Schnürchen. Die Sonde, die Huckepack von „Cassini“ bis in die Nähe des Saturnmonds geflogen war, arbeitete wie vorgesehen. Der Hitzeschild schützte die sensible Sondentechnik, die drei Landefallschirme öffneten sich nacheinander. Wenige Stunden später konnten Wissenschaftler auf einem leicht unscharfen Foto die fremde Welt des Titan bestaunen. Es zeigte auf einer Ebende herumliegende Eisbrocken und einen nebligen, gelb-orangen Himmel.

Die Landung auf dem Titan haben Wissenschaftler der University of Arizona jetzt in einer Simulation rekonstruiert. Erich Karkoschka und seine Kollegen nutzten die umfangreichen Messdaten, die ihr Instrument Descent Imager/Spectral Radiometer (DISR) während des 147-minütigen Landeanflugs gesammelt hatte. Wegen der aufwendigen und langwierigen Auswertung der Daten ist das Video erst jetzt verfügbar. DISR machte selbständig rund 3500 Einzelaufnahmen.

„Anfangs sah die 'Huygens'-Kamera nur Dunst über der Oberfläche“, sagte Karkoschka. „Der Nebel lichtete sich erst ab einer Höhe von 60 Kilometern.“ Dann sei es möglich gewesen, die Titan-Oberfläche auf 100 Meter genau aufzulösen.

Das DISR-Instrument, das aus mehreren verschiedenen Kameras für unterschiedliche Bereiche des Spektrums besteht, wurde Mitte der neunziger Jahre entwickelt. Damals kannten die Wissenschaftler Titan von Bildern der „Voyager“-Sonde als dunstverhangene Trabanten. „Wir wussten nur wenig über die dynamischen Eigenschaften seiner Atmosphäre“, sagte Karkoschka. „Es war eine extreme Herausforderungen, DISR so zu bauen, dass es unter allen denkbaren Bedingungen funktioniert.“

"Die Videos zeigen, dass die ‚Huygens’-Kamera gut konzipiert war für ihre Aufgabe", sagte Jean-Pierre Lebreton, Missions-Manager bei der Europäischen Raumfahrtagentur Esa. Die Aufnahmen zeigten viele verschiedene Details der Oberfläche und weckten Lust auf eine künftige Mission zum Saturnmond, der der Erde nicht unähnlich sei.

hda



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