Rekordflug Indien schießt 104 Satelliten auf einmal ins All

Es war wohl ganz schön eng an Bord: Indien hat mit einer Rakete mehr als hundert Satelliten ins All geschossen - ein neuer Rekord. Die bisherige Höchstmarke hielt Russland mit gerade mal 39 Satelliten.


Indien hat mit einer Rakete die Rekordzahl von 104 Satelliten erfolgreich ins Weltall gebracht. Die Rakete startete am Mittwoch vom südindischen Weltraumbahnhof Sriharikota. Als der Leiter der indischen Raumfahrtbehörde ISRO, Kiran Kumar, verkündete, dass die Satelliten in etwa 500 Kilometern Höhe im Weltraum ausgesetzt worden seien, brachen die versammelten Wissenschaftler in Jubel aus.

Einen Großteil der Ladung machte ein 714 Kilogramm schwerer Satelliten zur Erdbeobachtung aus. Daneben hatten die Trägerrakete PSLV (Polar Satellite Launch Vehicle) noch 103 deutlich kleinere Satelliten mit einem Gesamtgewicht von 664 Kilogramm an Bord. Der kleinste dieser sogenannten Nano-Satelliten wiegt nur 1,1 Kilogramm. Von den Nano-Satelliten gehören 96 den USA, weitere wurden für Länder wie die Niederlande, die Schweiz und Israel ins All gebracht.

Mit der Mission hält Indien nun den Rekord für die Raketenmission mit den meisten Satelliten. Bislang hatte Russland diesen Titel inne, das im Juni 2014 mit einer Rakete vom Typ "Dnepr" auf einen Schlag 39 Satelliten ins All gebracht hatte. Die bisherige Bestmarke Indiens wurde im Juni 2016 aufgestellt, als eine PSLV mit 20 Flugkörpern an Bord erfolgreich abhob.

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Eigentlich ist die indische Rakete für eigene Satelliten reserviert, inzwischen nimmt sie bei vielen Starts aber auch fremde Satelliten gegen Bezahlung mit ins All. Vor gut einem halben Jahr war darunter auch der am Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrttechnik entwickelte "Biros", der zum Beispiel Waldbrände aufspüren kann.

Der Start am Mittwoch war der 39. Flug einer PSLV, die Rakete gilt als günstig und trotzdem sehr zuverlässig. Zwar kann sie nur maximal 1,4 Tonnen befördern, zum Vergleich: Eine europäische "Ariane" schafft es, mehr als zehn Tonnen bis zu 36.000 Kilometer weit ins All zu transportieren.

Zumindest auf dem Markt für Mini- bis Nano-Satelliten haben die Inder durch ihren Einsatz aber eine komfortable Position bei der Vermarktung freien Kapazitäten. Davon könnte es bald mehr geben. "ISRO arbeitet zurzeit an einem Modell, bei dem die PSLV vollständig von einem privaten Unternehmen gebaut und dann vom ISRO-Weltraumbahnhof gestartet wird", sagte der Sprecher der indischen Raumfahrtbehörde Deviprasad Karnik.

Indien zeigt schon länger Ambitionen bei der Erkundung des Weltalls. Im Mai des vergangenen Jahres hatte die Nation erfolgreich einen wiederverwendbaren Raumgleiter getestet. Zudem plant das Land, ein Roboterfahrzeug auf den Mond zu schicken. Derzeit umfliegt eine Sonde den Mars, später ist auch eine Marslandung geplant.

joe/dpa/AFP



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