"InSight" Nasa sagt Mars-Mission ab

"Höchste Priorität" habe das Projekt, doch nun hat die Nasa es bis auf Weiteres abgesagt. Die Sonde "InSight" sollte das Innere des Mars erkunden - sie hat ein Leck.

"InSight" (Illustration): Die Sonde sollte bis zu neun Meter tief in den Marsboden bohren
JPL / NASA

"InSight" (Illustration): Die Sonde sollte bis zu neun Meter tief in den Marsboden bohren


Die US-Raumfahrtbehörde Nasa hat die für März 2016 geplante Mars-Mission "InSight" wegen Schäden an einem Messinstrument abgesagt. Das Gerät, das seismische Aktivität messen sollte, habe ein Leck, das selbst in zwei Anläufen nicht repariert werden konnte, teilte die Nasa mit.

Eine rechtzeitige Reparatur zum geplanten Starttermin sei nicht mehr möglich. Über einen neuen Starttermin für die unbemannte Mission zum roten Planeten sei noch nicht entschieden worden. Termine für einen Flug zum Mars sind schwer zu finden, Astronomen müssen auf günstige Planetenkonstellationen warten.

Die stationäre Sonde "InSight" sollte über mehrere Instrumente verfügen, die Informationen über das Innere des roten Planeten gewinnen. Mit Hilfe von Erschütterungen und Wärme sollte der Roboter den Planeten quasi durchleuchten.

Bisher ist unklar, ob der Kern des Mars flüssig ist, wie jener der Erde, oder fest. Auch die Frage, wie stark die tektonische Aktivität auf dem Planeten ist, sollte mithilfe von "InSight" beantwortet werden.

"Basis für bemannte Mission schaffen"

"Die Erkundung des Mars hat für die Nasa höchste Priorität", sagte Nasa-Chef Charles Bolden vor drei Jahren. "'InSight' sorgt dafür, dass wir die Geheimnisse des Roten Planeten entschlüsseln und die Basis für eine zukünftige bemannte Mission schaffen."

"InSight" werde Informationen über das Innere und die Struktur des Mars liefern, die mit den bisherigen Sonden auf der Oberfläche oder im Orbit nicht gewonnen werden konnten. Die Sonde sollte rund zwei Jahre auf dem Mars aktiv sein.

Die Mission würde umgerechnet nicht mehr als 342 Millionen Euro kosten, hieß es 2012. Sie ist Teil des sogenannten Discovery-Programms der Nasa, einer Reihe vergleichsweise günstiger Missionen. Zu ihnen zählen unter anderem der erste Mars-Rover "Pathfinder", der 1997 auf dem Roten Planeten landete, die Sonde "Dawn", der gerade den Asteroiden Vesta erkundet, sowie das "Kepler"-Teleskop.

Langzeitmission zum Roten Planeten

boj/wbr/dpa

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insgesamt 18 Beiträge
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Seite 1
Qual 23.12.2015
1. Lol
Jetzt muss ich echt lachen. In Foren konnte man immer wieder lesen, dass alle geplanten Marsmissionen utopisch sind und unmöglich stattfinden könnten. Einige meinen sogar dass die bemannte Mission(nicht NASA) in eine Show geändert würde. Nun das.
Wagnerf 23.12.2015
2. Astronomen müssen auf günstige Planetenkonstellationen warten
Das kommt mit Sicherheit nicht von der Nasa, sondern wurde vom Redakteur dazugedichtet. Mit Computermodellen kann man die Konstellationen über Jahrzehnte exakt im voraus berechnen.
JaguarCat 23.12.2015
3. Aufgeschoben ist nicht aufgehoben!
Na ja, der Start im März ist abgesagt, die Mission m.W. aber noch lange nicht! Im Gegenteil, mit einem späteren Start will man ja erreichen, dass die Mission selber erfolgreich wird!
jodeli 23.12.2015
4. @Wagnerf leider falsch verstanden
@Wagnerf Sie haben das leider falsch verstanden, das war schon richtig geschrieben von dem Redakteur. Schön, dass man die Konstellationen über Jahrzente berechnen kann, ändert es etwas daran, dass man dann auf diese warten muss? Nein.
Alderamin 23.12.2015
5. Vielleicht sollte man mal erwähnen...
... dass das defekte Gerät gar nicht von der NASA stammt, sondern von der französischen Raumfahrtorganisation CNES: http://spacenews.com/nasa-gives-up-on-fixing-mars-insight-in-time-for-march-launch/
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