Geglückte Reparatur: Raumstation hat wieder vollen Strom

Die Stromversorgung an Bord der Internationalen Raumstation ist wieder hergestellt: In einem Marathon-Außeneinsatz haben zwei Astronauten einen kaputten Verteiler repariert. Ein erster Versuch war zuvor gescheitert.

Astronauten Hoshide (oben) und Williams (unten): Erfolgreiche Reparatur an der ISS Zur Großansicht
AFP / NASA TV

Astronauten Hoshide (oben) und Williams (unten): Erfolgreiche Reparatur an der ISS

Moskau/Houston - Nach einer Woche im Sparmodus wird die Internationale Raumstation ISS seit Mittwoch wieder voll mit Energie versorgt. Der amerikanischen Astronautin Sunita Williams und ihrem japanischen Kollegen Akihiko Hoshide ist es im zweiten Anlauf gelungen, eine neue Stromverteilerbox an der ISS zu installieren. Das Duo war dazu um 13.06 Uhr deutscher Zeit zu knapp sechseinhalbstündiger Arbeit in den freien Raum ausgestiegen, wie die US-Raumfahrtbehörde Nasa mitteilte. Zudem tauschten die Astronauten eine defekte Fernsehkamera am kanadischen Roboterarm Canadarm2 aus.

Ein erster Versuch, die Ersatzbox zu montieren, war am vergangenen Donnerstag wegen eines klemmenden Bolzens gescheitert. Seitdem musste die ISS mit etwa 75 Prozent der normalen Energiemenge auskommen, weil nach einem Folgeschaden an einem Transformator nur noch fünf der acht Sonnenbatterien am Netz waren.

Am Mittwoch gelang es Williams und Hoshide in einem von NASA-TV live übertragenen Montagekrimi, mit improvisierten Werkzeugen den Bolzen und das Gewindeloch, das offenbar durch Metallspäne verschmutzt war, wieder gangbar zu machen. Nach gut viereinhalb Stunden war die Ersatzbox endlich festgeschraubt - knapp eine halbe Stunde später floss der Strom wieder. Die Experten im Kontrollzentrum quittierten die erfolgreiche Arbeit des gemischten Duos mit Beifall und Freudenrufen. Insgesamt dauerte der Einsatz sechseinhalb Stunden.

Viele Geräte abgeschaltet

Die ISS verfügt über vier solcher Boxen, welche die Energie der Solarzellen gleichmäßig auf die Station verteilen. Durch den Ausfall war der Betrieb der ISS in den vergangenen Tagen zwar nie in Gefahr, doch die Raumstation hatte keine Energiereserven mehr. Vorsichtshalber wurden viel weniger wichtige Verbraucher, darunter auch wissenschaftliche Geräte und das Laufband für das Fitnesstraining, abgeschaltet. Der Austausch der Box war erforderlich geworden, weil sie zwar noch funktionierte, aber nicht mehr zu steuern war. Russische Experten gehen davon aus, dass Weltraumstrahlung die Elektronik außer Gefecht gesetzt hat.

Ganz nebenbei hat Williams bei ihrem nunmehr sechsten Außeneinsatz einen Weltrekord für Frauen aufgestellt. Sie verbrachte bisher 44 Stunden und zwei Minuten im freien Raum und entthronte damit ihre Kollegin Peggy Whitson, die mit 39 Stunden und 46 Minuten zu Buche steht.

mbe/dapd

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