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Internationale Raumstation Klemmende Verschlüsse, auslaufendes Ammoniak

Der letzte große Ausbau der Internationalen Raumstation gestaltet sich schwieriger als erwartet. Bei der Montage eines neuen Moduls trat giftiges Ammoniak aus. Und auch die nicht passende Schutzkappe der neuen Aussichtsplattform macht weiterhin Ärger.

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ISS: Bauarbeiten im Orbit

Bei der Fertigstellung der Internationalen Raumstation kommt es immer wieder zu Pannen. Bei ihrem zweiten Außeneinsatz haben die US-Astronauten Robert Behnken und Nicholas Patrick in knapp sechsstündiger Arbeit das Verbindungsmodul "Tranquility" an das Wärmeregulierungssystem der Internationalen Raumstation ISS angeschlossen, wie die US-Weltraumbehörde Nasa mitteilte. Bei der Verlegung der dafür notwendigen Leitungen sei allerdings giftiges Ammoniak ausgetreten. Die Astronauten hätten beim Wiedereinstieg länger als sonst in der Schleusenkammer bleiben müssen, ihre Raumanzüge seien aber nicht in Mitleidenschaft gezogen worden.

Die Crews der ISS und der angedockten Raumfähre "Endeavour" hatten auch mit einem weiteren Problem zu kämpfen: Eine Schutzabdeckung für die "Cupola"-Aussichtskuppel des "Tranquility"-Moduls passte nicht. Sie soll die Endkappe der Plattform schützen, wenn sie auf dem Weg zu ihrer endgültigen Position durch den offenen Weltraum transportiert wird. Die Astronauten konnten die runde Abdeckplatte allerdings nicht anbringen: Die vier Hebel, mit denen sie befestigt werden sollte, konnten nicht einrasten, weil Bauteile im Weg waren.

Nun überlegen die Ingenieure laut Nasa-Flugdirektor Bob Dempsey, ob sie "Cupola" während der kurzen Strecke durch den offenen Raum einfach ungeschützt lassen. Doch selbst das sei möglicherweise keine Lösung: Die gleichen Bauteile, die der Schutzkappe im Weg sind, könnten auch die Montage der Aussichtsplattform in ihrer Endposition verhindern. Die Techniker untersuchten dies derzeit, sagte Dempsey dem Onlinedienst "Space.com".

"Endeavour"-Mission um einen Tag verlängert

Die Nasa hat die Mission des Shuttles "Endeavour" derweil um einen Tag verlängert. Die zusätzliche Zeit soll genutzt werden, um unter anderem ein System zur Abwasser-Aufbereitung im "Tranquility"-Modul zu installieren. Der Shuttle kehrt nunmehr erst am 21. Februar zur Erde zurück. Ursprünglich sollte er nur 13 Tage im All bleiben. Der dritte und letzte Ausstieg von Behnken und Patrick, bei dem "Cupola" einsatzbereit gemacht werden soll, ist für Mittwochmorgen deutscher Zeit anberaumt.

Nach der Montage von "Tranquility" und "Cupola" wird die ISS zu 98 Prozent fertiggestellt sein. "Tranquility" beherbergt künftig die modernsten Lebenserhaltungs- und Kontrollsysteme der ISS. Das Modul soll der Kohlendioxid-Abfuhr, der Sauerstoffversorgung und Wasseraufbereitung dienen. Außerdem sollen dort ein Fitnessgerät und eine zusätzliche Toilette angebracht werden.

"Cupola" mit seinen sieben Fenstern dient als Kontrollstation für den kanadischen Roboterarm und ermöglicht den Astronauten erstmals einen einmaligen Panoramablick auf die Erde, das Weltall und die Station selbst.

Der Ausbau der ISS muss bis Ende dieses Jahres abgeschlossen werden. Dann nimmt die Nasa nach einem Vierteljahrhundert ihre Shuttles außer Dienst. Sie sind die einzigen bemannten Weltraumfahrzeuge, die auch sehr große und sperrige Güter zur ISS transportieren können. Nach der Rückkehr der US-Raumfähre "Endeavour" am 21. Februar sind vier weitere Shuttleflüge geplant. Im September, so der Zeitplan der Nasa, werden die drei verbliebenen Raumfähren eingemottet.

mbe/dpa/ddp

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