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Internationale Raumstation Schrauber-Frust im All

Die Internationale Raumstation bekommt einen Anbau - doch dabei klappt nicht alles reibungslos. Bei der Montage des neuen "Tranquility"-Moduls weigerte sich eine Abdeckung hartnäckig, an die vorgesehene Stelle zu passen. Dafür aber gelangen den Astronauten spektakuläre Fotos.

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ISS: Bauarbeiten im Orbit

Cape Canaveral - Bei der Inbetriebnahme des neuen Moduls "Tranquility" der Internationalen Raumstation (ISS) gibt es Probleme. Eine Abdeckung, die zwischen das neue Modul und die Aussichtsplattform "Cupola" kommen soll, passt nicht. Nasa-Flugdirektor Bob Dempsey erklärte am Samstag, Techniker prüften nun die möglichen nächsten Schritte. Die Abdeckung wird gebraucht, um die Dichtung und den Andockmechanismus von "Tranquility" vor der Kälte des Alls zu schützen, wenn die Beobachtungskuppel von ihrem jetzigen Ort an ihre endgültige Position verlegt wird. Dieses Manöver muss nun möglicherweise verschoben werden.

Die Astronauten der ISS und der Raumfähre "Endeavour" hatten zuvor erstmals die Luke zu ihrem neuen Anbau geöffnet, der von der Esa bereitgestellt wurde. Sie trugen bei der ersten Besichtigung Schutzmasken, weil sich beim Transport Teile aus ihren Halterungen gelöst haben könnten. Als erster schwebte der Kommandant der ISS, Jeffrey Williams, in das Modul. Ihm folgten kurz darauf der Kommandant der "Endeavour", George Zamka, und mehrere weitere Astronauten. "Das Modul ist wunderschön", schwärmte Williams. "Die Atmosphäre ist sehr sauber."

Die Astronauten haben am Samstag bereits mit der Ausstattung von "Tranquility" und "Cupola" begonnen. Als erstes würden Komponenten des Systems zur Wiederherstellung und Kontrolle der Stationsatmosphäre installiert, teilte die Nasa mit. "Tranquility" beherbergt künftig die modernsten Lebenserhaltungs- und Kontrollsysteme der ISS. Das Modul soll der Kohlendioxid-Abfuhr, der Sauerstoffversorgung und Wasseraufbereitung für die ISS dienen. Außerdem sollen dort ein Fitnessgerät und eine zusätzliche Toilette angebracht werden.

"Cupola" mit seinen sieben Fenstern dient als Kontrollstation für den kanadischen Roboterarm und ermöglicht den Astronauten erstmals einen einmaligen Panoramablick auf die Erde, das Weltall und die Station selbst. Die Aussichtsplattform befindet sich derzeit noch in ihrer Transportposition und wird erst Anfang nächster Woche an ihren endgültigen Platz umgesetzt.

Schäden am Shuttle laut Nasa ungefährlich

Unterdessen haben Nasa-Techniker nach der Überprüfung der Schäden, die am Space Shuttle "Endeavour" entdeckt worden waren, Entwarnung gegeben. Auf Fotos der Raumfähre, die ISS-Besatzungsmitglieder geschossen hatten, waren eine gerissene Kachel im Hitzeschutzschild und ein hervorstehender Keramikring an einem Cockpitfenster zu sehen.

Die Nasa teilte nach fünftägiger Auswertung von Fotos und Daten nun mit, dass von den Schäden keine Gefahr ausgehe. Der Hitzeschild des Shuttles sei für den Wiedereintritt in die Atmosphäre bereit. Die schadhaften Teile seien so klein, dass sie die Raumfähre selbst dann nicht gefährden würden, wenn sie abbrächen.

Der aktuelle Flug der "Endeavour" zur ISS ist nach bisheriger Planung der fünftletzte Einsatz eines Shuttles: Im Herbst sollen die Fähren nach rund einem Vierteljahrhundert Dienst eingemottet werden. Dann werden die US-Astronauten einstweilen auf russische Taxi-Transporte ins All angewiesen sein. Moskau hat schon angekündigt, sich die "Sojus"-Tickets in Zukunft besser bezahlen lassen zu wollen.

mbe/ddp/apn

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