Von Jens Lubbadeh
20 Lichtjahre von der Erde entfernt haben Astronomen vor vier Jahren einen Fleck in den Weiten des Universums ausgemacht, wo sich außerirdisches Leben tummeln könnte - zumindest theoretisch. Gliese 581 ist ein Stern, der kleiner ist als unsere Sonne und von vier Planeten - Gliese 581 b, c, d und e genannt, umkreist wird.
Vor allem auf Gliese 581 c und d setzen die Wissenschaftler große Hoffnungen. Beide Planeten sind größer als die Erde, befinden sich in der bewohnbaren Zone. Gliese d ist achtmal so schwer wie die Erde. Seine Temperatur von etwa minus 93 Grad Celsius könnte aber etwas zu kalt sein.
Auf Gliese c hingegen vermutet man minus drei bis plus 40 Grad Celsius, flüssiges Wasser könnte dort zumindest theoretisch existieren. Sollte Gliese c aber eine Atmosphäre mit einem Treibhauseffekt besitzen, könnte es dort auch zu heiß sein.
Kein Wunder, dass sich das australische Wissenschaftsmagazin "Cosmos" dieses Exoplaneten-System als Ziel für ihr spektakuläres Projekt ausgesucht haben: Die Veranstalter wollen gesammelte E-Mails von Erdbewohnern zu dem Planeten Gliese d schicken. In der Hoffnung, dass sie außerirdische Lebewesen erreichen.
Derzeit sammeln sie auf der Web-Seite " Hello from Earth" noch Beiträge - und jeder kann mitmachen. Die gesammelten Nachrichten werden dann von der Nasa mittels der 70-Meter-Parabolantenne Canberra Deep Space Communication Complex auf ihre 20-jährige Reise zu Gliese d geschickt.
Es ist nicht der erste Versuch einer intergalaktischen Kontaktaufnahme:
Die erste fand am 16. November 1974 statt. Mit dem Arecibo-Teleskop in Puerto Rico (siehe Fotostrecke) wurde eine binär codierte Nachricht zum Kugelsternhaufen Messier 13 im Sternbild Herkules gesendet. Er liegt 22.800 Lichtjahre entfernt, deswegen hat die Botschaft noch eine weite Reise vor sich. Sie enthielt Zahlen, chemische Elemente, Informationen zur DNA, der Menschheit, der Erde und dem verwendeten Radioteleskop. Eine Antwort hat die Menschheit bisher noch nicht erhalten, was auch mit daran liegt, dass die Signale selbst bei sofortiger Antwort von Messier 13 erst im Jahr 47.574 bei uns eintreffen würden.
Auch an Bord von Sonden befanden sich Nachrichten an Außerirdische. Am 2. März 1972 startete die US-Raumsonde "Pioneer 10" ins All. Mit an Bord: eine vergoldete Aluminiumtafel mit seltsamen Zeichnungen. Adressat waren außerirdische intelligente Lebewesen. Die Tafel sollten ihnen etwas über die Erde und die Menschheit mitteilen. Deswegen waren auch ein Mann und eine Frau auf der Tafel abgebildet - nackt (siehe Fotostrecke).
Im Jahr 1977 dann gab die Nasa zwei neue Briefe an E.T. in die Post, diesmal auch mit Sound untermalt. Die vergoldeten Schallplatten an Bord der "Voyager"-Sonden enthielten außer Zeichnungen Grußworte in 55 Sprachen, Musikstücke und Naturgeräusche. Nackte Menschen waren nicht mehr zu sehen.
Mittlerweile sind Nachrichten an Außerirdische weniger spektakulär geworden - und auch inhaltsleerer. Im Jahr 2008 ließ ein amerikanischer Tortilla-Produzent sechs Stunden lang einen 30-Sekunden-Werbeclip ins rund 42 Lichtjahre entfernte Sternbild Großer Bär senden.
Wieder seriöser wollen es die Betreiber von "Hello from Earth" dann schon haben. Weltweit kann jeder mitmachen und eine Nachricht von maximal 160 Zeichen einsenden. 15.000 haben sie schon gesammelt. Bis zum 24. August geht die Aktion noch, dann werden die Nachrichten gesendet und kommen im Dezember 2029 bei Gliese d an.
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