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Raumstation ISS: Astronauten verlegen Kabel im All

DPA

Bei einem Außeneinsatz an der ISS haben Astronauten Kabel und Adapter montiert - damit von 2017 an außer russischen Sojus auch andere Kapseln andocken können. Für den Amerikaner Terry Virts endete der Einsatz mit einer Schrecksekunde.

Zwei Astronauten der Internationalen Raumstation (ISS) haben am Mittwoch den zweiten von drei Ausflügen ins All absolviert, bei denen Andockmöglichkeiten für kommerzielle Raumkapseln geschaffen werden sollen. Während des sechs Stunden und 43 Minuten dauernden Außeneinsatzes verlegten die US-Astronauten Barry Wilmore und Terry Virts 400 Kilometer über der Erde Kabel und ölten Teile des Roboterarms der ISS. Insgesamt müssen sie mehr als 230 Meter Kabel sowie Stecker und Adapter montieren.

Erneut gab es aber ein Problem mit den Raumanzügen: Nach der Rückkehr an Bord sei im Helm von Virts Wasser festgestellt worden, hieß es bei der Live-Übertragung durch die US-Raumfahrtbehörde Nasa. Eine Gefahr für den Astronauten habe aber nicht bestanden. Im Jahr 2013 war der italienische Astronaut Luca Parmitano fast gestorben, als sich sein Helm während eines Außeneinsatzes mit Wasser füllte. Ermittlungen ergaben, dass wegen einer verstopften Pumpe Wasser aus dem Temperierungssystem des Anzugs in die Luftversorgung eingedrungen war.

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Raumstation ISS: Adapter für Besuch von der Erde
Dritter Einsatz folgt am Sonntag

Der erste Ausflug von Wilmore und Virts hatte Samstag stattgefunden, der dritte Weltraumspaziergang soll am Sonntag folgen. In den kommenden Monaten sind weitere Einsätze vorgesehen, um das Andocken neuer Raumschiffe der US-Unternehmen SpaceX und Boeing zu ermöglichen. Diese sollen ab dem Jahr 2017 Astronauten zur ISS transportieren. Derzeit sind die USA auf russische "Sojus"-Kapseln angewiesen, um ihre Astronauten zur ISS zu befördern.

Die Raumstation, die in etwa 350 Kilometern Entfernung um die Erde kreist, soll noch bis zum Jahr 2024 in Betrieb sein.Die russische Raumfahrtbehörde Roskosmos teilte mit, anschließend mit ihren ISS-Modulen einen eigenen Außenposten im All aufbauen zu wollen. Roskosmos will die ISS den Angaben zufolge nun doch bis 2024 gemeinsam mit der Nasa nutzen, nachdem die Behörde zuvor mit einem Ausstieg aus dem Projekt im Jahr 2020 gedroht hatte.

Der Bau der ISS hatte im Jahr 1998 begonnen, seit Ende 2000 forschen Raumfahrer auf dem Außenposten der Menschheit im Weltall. Die Station wird von einer wechselnden internationalen Besatzung betreut. Außer den USA und Russland sind elf europäische Länder sowie Kanada, Japan und Brasilien an dem Projekt beteiligt.

mia/afp/dpa

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1. Anschlüsse
ilek 26.02.2015
Es ist ja auf der Erde schon blöd mit den hundert verschiedenen Steckersystemen und sonstigen Anschlüssen. Muss das im All genauso weitergehen? Muss man zusätzlich zu dem bestehenden russischen System (eher runde Kupplungen und Türen) und dem NASA-System (eher eckige) noch weitere einführen?
2.
Thomas Schnitzer 26.02.2015
Zitat von ilekEs ist ja auf der Erde schon blöd mit den hundert verschiedenen Steckersystemen und sonstigen Anschlüssen. Muss das im All genauso weitergehen? Muss man zusätzlich zu dem bestehenden russischen System (eher runde Kupplungen und Türen) und dem NASA-System (eher eckige) noch weitere einführen?
Da gebe ich ihnen recht, aber ganz so einfach ist das auch nicht. Ein Andocksystem ist nicht nur ein Schuko-Stecker, sondern besteht neben den Türen aus Leitungsverbindungen für Strom, Daten, evtl. Luft und Wasser etc. Die neuen Kapseln haben im Vergleich zum alten Shuttle durch technische Neu- und Weiterentwicklungen einfach Anschlüsse, die früher so nicht gebraucht wurden, deshalb muss nun das alte Andocksystem für das Shuttle weiterentwickelt werden, und das macht man nun indem erst mal die neuen Strippen gezogen werden. Es wäre natürlich schön, wenn man wie sie vorschlagen sich da weitgehend auf Standards einigen würde, aber bis wir soweit sind, dass jedes Raumfahrzeug Marke Star Trek an jedes beliebige andere andocken kann und selbstverständlich kompatible, automatische Schleusen- und Energiesysteme hat, wird es noch ein kleines bißchen dauern.
3. Solange Putin herrscht ...
rkinfo 26.02.2015
... ist die ISS ein internationales Paradies auf Zeit. Russische Techniker und Astronauten verstehen sich mit dem Rest der Welt - anders als das Asperger Testosteron Monster W. Putin.
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