Messgerät auf ISS Wie Forscher vom All aus Pflanzen überwachen wollen

Mit den bisher genauesten Temperaturbilder der Erdoberfläche plant die Nasa eine bessere Überwachung von Pflanzen. So könnten anstehende Dürren und Missernten früher erkannt werden.

Simulationsbild der "Ecostress"-Daten
DPA

Simulationsbild der "Ecostress"-Daten


Die US-Raumfahrtbehörde Nasa will von der Internationalen Raumstation ISS aus die Temperatur und damit den Zustand von Pflanzen auf der Erde ermitteln. Das Messgerät "Ecostress" soll Ende Juni an Bord eines "Dragon"-Raumfrachters der privaten Raumfahrtfirma SpaceX zur ISS fliegen und dann außen an der Raumstation befestigt werden, wie die Nasa mitteilte.

Das System werde die bislang genauesten Temperaturbilder der Erdoberfläche liefern, hieß es. Die Auflösung sei so hoch, dass ein einzelnes landwirtschaftliches Feld erfasst werden könne.

In den kommenden Monaten soll "Ecostress" Daten von verschiedensten Gegenden der Erde sammeln und zeigen, welche Temperatur bestimmte bewachsene Gebiete haben - und wie sich diese ändert. Die Forscher wollen unter anderem verstehen, wie Wasserknappheit die Pflanzen beeinflusst.

Im Video: Alexander Gerst erreicht ISS

NASA

Die Temperatur lässt Rückschlüsse auf den Zustand der Gewächse zu. Wenn die Sonne Pflanzen erhitzt, geben sie Wasser durch Poren in ihren Blättern ab - und kühlen sich auf diese Weise. Das ist im Grundsatz ähnlich wie das Schwitzen bei uns Menschen. Haben sie nicht genug Wasser, schließen sie die Poren - und heizen sich auf. Mit geschlossenen Poren können sie weniger Kohlenstoffdioxid aufnehmen, dass sie zur Bildung von Zuckern brauchen.

"Wenn eine Pflanze so gestresst ist, dass sie braun wird, dann ist es meist zu spät, um sie noch wiederzubeleben", sagt Nasa-Forscher Simon Hook. "Die Temperatur der Pflanze zu messen, lässt uns sehen, dass sie gestresst ist - bevor es zu diesem Punkt kommt." Die Temperaturmessungen können zudem früh auf anstehende Dürren hinweisen.

Die Bilder, die "Ecostress" zur Erde sendet, könnten wie auf dem Simulationsbild oben aussehen. Es zeigt die Region um das kalifornische Salton Meer (dunkelblauer Bereich, oben links). Auf der Landmasse erscheinen kühlere Bereiche in Blau und Grün, wärmere Bereiche sind in Gelb und Rot zu sehen.

joe/dpa



insgesamt 1 Beitrag
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Seite 1
dbeck90 01.07.2018
1. Ziemlich gewagt...
Ich nehme mal an, dass das ne Langwellenkamera mit einem gigantischen FPA ist. Aber dann großflächige Aufnahmen hinzubekommen aus 400km entfernung ist schon eine starke Leistung und ich will nichz wissen wie dick der Sensor ausgelegt ist
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