Raumstation Kühlsystem auf der ISS ausgefallen

Schreck vor der Schlafphase: An der Internationalen Raumstation ISS ist eine Kühlpumpe ausgefallen. Die Astronauten seien aber in Sicherheit, teilte die US-Raumfahrtbehörde Nasa mit. Eine Idee, wie sich das Problem lösen lässt, gibt es noch nicht.

Braucht es innen und außen kühl: Die ISS, hier eine von dem Astronauten Don Pettit aufgenommene Ansicht
NASA

Braucht es innen und außen kühl: Die ISS, hier eine von dem Astronauten Don Pettit aufgenommene Ansicht


Im Kühlsystem der Internationalen Raumstation (ISS) ist nach Angaben der Nasa ein Fehler aufgetreten. Einer der zwei Kühlkreise für die elektrischen Systeme der Station sei ausgefallen, erklärte die US-Raumfahrtbehörde am Mittwoch (Ortszeit). Die Besatzung sei jedoch nicht in Gefahr, betonte Nasa-Sprecher Josh Byerly. "Sie bereitet sich auf eine normale Schlafphase vor, während die Experten am Boden mehr Daten sammeln und überlegen, wie man das Problem beheben kann."

Eine der Kühlpumpen, die dafür sorgen, dass sowohl innen als auch außen angebrachte Ausrüstung der ISS kühl bleibt, habe im Lauf des Mittwochs aufgehört zu funktionieren. Möglicherweise sei ein Ventil defekt. Einige nicht lebenswichtige Systeme seien bis auf weiteres abgeschaltet worden. An Bord der ISS rund 350 Kilometer über der Erde sind derzeit sechs Astronauten.

Erst im November wurde der 15. Jahrestag der ISS-Inbetriebnahme gefeiert - größere Pannen sind in dieser Zeit nicht passiert. Doch immer wieder müssen kleinere Defekte behoben werden. Die meisten Bauteile der ISS stammen aus Russland und den USA, aber mit dem in Bremen und Turin gebauten "Columbus"-Labor hat sie seit 2008 auch ein "europäisches Zimmer". Gut ein Dutzend Nationen - neben den USA und Russland vor allem Europäer sowie Japan und Kanada - haben sich an der ISS beteiligt.

Um die Betriebskosten zu senken, kursierte kürzlich der Vorschlag, die Raumfahrer könnten theoretisch Experimente zur ISS bringen und nach einigen Monaten wieder abholen. Doch der US-amerikanische Chef des ISS-Programms, Michael Suffredini, warnte vor einer längeren Abwesenheit von Raumfahrern. Immer wieder seien Probleme aufgetreten, die nur von Astronauten vor Ort lösbar waren. Wahrscheinlich wird es auch dieses Mal der Crew zufallen, die Pumpe wieder in Gang zu bringen.

nik/dpa

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