Panne bei ISS-Außeneinsatz: Versuchsbox schwebt davon

Pawel Winogradow und Roman Romanenko: Mehr als 6,5 Stunden im Außeneinsatz Zur Großansicht
AP/Nasa

Pawel Winogradow und Roman Romanenko: Mehr als 6,5 Stunden im Außeneinsatz

Kann ja mal passieren: Beim Außeneinsatz an der ISS ist zwei Kosmonauten eine Versuchsbox entglitten. Das Experiment ist nun verloren. Damit so etwas in Zukunft nicht mehr vorkommt, arbeiten Ingenieure derzeit an weniger klobigen Handschuhen für die Raumfahrer.

All-Einsatz mit Problemen: An der Internationalen Raumstation ISS haben zwei russische Kosmonauten neue Messgeräte angebracht und Experimente abgebaut. Bei den sechseinhalbstündigen Arbeiten unterlief ihnen jedoch ein kleines Missgeschick. Raumfahrer Pawel Winogradow entglitt aus seinen klobigen Handschuhen einer von zwei Behältern mit Metallproben. Die Versuchsbox, die im vergangenen Jahr angebracht worden war und nun zur Analyse zurück zur Erde gebracht werden sollte, sei unwiederbringlich davongetrieben, teilte die US-Weltraumbehörde Nasa mit.

Es ist nicht das erste Mal, dass Raumfahrern beim Außeneinsatz an der ISS solch ein Missgeschick passiert. Im November 2008 entglitt Nasa-Astronautin Heidemarie Stefanyshyn-Piper ihre gesamte Werkzeugtasche, die daraufhin mehrere Tage die Erde umrundete. Und im Mai 2011 verloren zwei Astronauten mindestens eine Schraube, als mehrere Teile beim Öffnen einer Abdeckung plötzlich herumschwebten.

Beim Außeneinsatz am Freitag hatten Winogradow und sein Kollege Roman Romanenko Probleme bei der Montage eines anderen Versuchs, so dass der 167. Außeneinsatz an der ISS eine halbe Stunde länger dauerte als geplant. Bei der Installation einer Sonde gelang es erst im zweiten Anlauf, das Datenkabel mit Hilfe einer Kneifzange in die Buchse zu stecken. Direkt im Anschluss verordnete die Flugleitzentrale bei Moskau den Kosmonauten eine zehnminütige Pause, damit sie sich von der anstrengenden Arbeit erholen konnten.

Ältester Raumfahrer im Außeneinsatz

Die Männer brachten am Freitagabend unter anderem Reflektoren für den europäischen ATV-Transporter "Albert Einstein" an, der im Juni an der ISS andocken soll. Sie befestigten auch ein Messgerät für Plasmawellen und für den Einfluss von Weltraumwetter. Dazu montierten Winogradow und Romanenko zwei Sensorsonden, mit denen die Temperatur im Weltraum bestimmt werden soll. Um 22.41 Uhr - nach sechs Stunden und 38 Minuten - kehrten die Kosmonauten in die Raumstation zurück.

Während Romanenko erstmals ins All stieg, war es für Winogradow bereits der siebte "Weltraumspaziergang". Er ist zudem mit 59 Jahren nun der älteste Raumfahrer, der einen Außeneinsatz hatte. Russische Kosmonauten planen bis Jahresende noch fünf weitere Ausstiege.

Auf dem Außenposten der Menschheit in etwa 400 Kilometern Höhe arbeiten derzeit zudem Chris Hadfield (Kanada), Alexander Missurkin (Russland) sowie Thomas Marshburn und Chris Cassidy (beide USA).

Die Außenhaut der ISS sei wegen kleinerer Einschläge mittlerweile so scharfkantig, dass die bisherigen Anzüge keinen völligen Schutz garantierten, teilte die russische Weltraumbehörde Roskosmos mit. Russische und US-amerikanische Forscher arbeiten derzeit an neuen Handschuhen für Raumfahrer.

wbr/dpa

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