ISS Mini-Satelliten lösen sich von Raumstation

Das war nicht geplant: Ein Abschussgerät der Raumstation ISS hat ganz von allein zwei kleine Foto-Satelliten ins All geschossen. Astronauten bemerkten den ungewollten Start erst Stunden später.

NASA

Hamburg - Von der internationalen Raumstation haben sich am Donnerstag zwei Foto-Satelliten gelöst - ohne menschliches Zutun. ISS-Kommandant Steve Swanson bemerkte das Fehlen der zwei Schuhkarton-großen Cubesats zufällig, als er Blutkonserven in den Kühlschrank räumte. Der Hersteller Planet Labs und die Nasa bestätigten, dass die beiden Objekte versehentlich in den Weltraum gelangt sind.

Für die Raumstation und die Astronauten bestehe laut Hersteller und Behörden keine Gefahr. "Beide Satelliten sind in eine sichere Richtung, weg von der ISS, ausgeklinkt worden", schreibt der Hersteller auf seiner Website. Jay Bolden vom Johnson Space Center der Nasa, das das ISS-Programm betreut, erklärt: "Die Hülle der kleinen Satelliten wurden in einer Bahn ausgeklinkt, die einen Kontakt mit der Station verhindert."

Das Abschussgerät der Firma Nanorock ist Teil des japanischen Labor-Arms Kibo (japanisch für Hoffnung) an der ISS. Die sogenannte Würfelkanone sollte die insgesamt 28 Foto-Satelliten über mehrere Monate verteilt in ihre Umlaufbahn schießen.

Klebrige Stecker

Dem Zwischenfall war ein Rüttel-Test am Kibo-Laborarm vorausgegangen. Beim Rütteln könnte sich eine Klappe geöffnet haben, hinter der sich die Satelliten befanden, sagte Bolden. Nasa und die japanische Raumfahrtbehörde Jaxa untersuchten die Ursache gemeinsam.

Das kalifornische Startup, Planet Labs, will die ganze Erde mit seinen Kameras ablichten. Die Bilder sollen in Echtzeit frei verfügbar sein. Bislang wurden 12 von 28 Kamera-Satelliten von der Raumstation aus gestartet - vier davon unfreiwillig, berichtet Discovery News. Einen ähnlichen Vorfall habe es bereits am 23. August gegeben.

Die Nasa-Experten überlegten jetzt, ob sie das Gerät in die Station bringen sollen oder die restlichen 16 Cubesats direkt in ihre Umlaufbahn schießen sollen. "Wir werden den Auslösemechanismus vielleicht in die Kibo-Luftschleuse holen, um weitere unbeabsichtigte Auslöser zu vermeiden", sagt Bolden.

tst

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insgesamt 1 Beitrag
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Seite 1
guilty 09.09.2014
1. also doch!
dave, das gespräch hat keinen zweck mehr, es führt zu nichts. leb wohl. dieses wichtige detail wird uns wohl unterschlagen. ;)
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