Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.

Weltraum-Premiere: Russische Kosmonauten tragen Olympia-Fackel ins All

ISS-Premiere: Olympia-Fackel im Weltall Fotos
REUTERS/ NASA TV

Großer PR-Auftritt vor den Winterspielen in Sotschi: Zum Auftakt eines "Fackellaufs der Superlative" haben zwei russische Kosmonauten die Olympische Fackel ins All getragen. Einziger Makel: die fehlende Flamme.

Moskau - Um 15.34 Uhr war es soweit: Sergej Rjasanski und Oleg Kotow krabbelten in 400 Kilometer Höhe aus der Raumstation ISS. In der Hand die Olympische Fackel, mit der am 7. Februar 2014 das Feuer bei den Winterspielen in Sotschi entfacht werden soll.

Eine Live-Übertragung im russischen Fernsehen zeigte, wie Kotow die futuristisch aussehende Fackel in der linken Hand trägt und Rjasanski ihn mit einer Hightech-Kamera bei der Aktion filmt. Die beiden Raumfahrer unterhalten sich entspannt, geben sich gegenseitig Anweisungen, versuchen die Fackel vorteilhaft ins Bild zu setzen.

Sieben ISS-Besatzungsmitglieder aus Russland, Italien, Japan und den USA sicherten die beiden Ausflügler ab, die insgesamt sechs Stunden im All bleiben und gleichzeitig Arbeiten an der Außenwand der Station ausführen sollten.

Eine Spezialabsicherung sorgte dafür, dass die zwei Kilogramm schwere Fackel nicht entschwebte. Zwar wurde die Flamme wegen des Sauerstoffmangels im All und allgemeiner Sicherheitsbedenken nicht entzündet. Der Symbolwert der Aktion ist aber nicht zu unterschätzen. Russland, in dem legendäre Kosmonauten wie Juri Gagarin noch immer als Helden verehrt werden, präsentierte sich als stolze Weltraumnation. "Die Olympische Fackel im Weltall - dazu sind nur wir fähig", prahlte ein russischer TV-Moderator im Vorfeld.

"Wir werden alles so einrichten, dass sich ein wunderschönes Bild ergibt, dass das ganze Land und die ganze Welt die Fackel sehen", hatte Kotow angekündigt. Es war der vierte Außeneinsatz des 48-Jährigen, Kollege Rjasanski, 38, war das erste Mal auf Weltraumspaziergang.

Die Aktion ist Teil eines "Fackellaufs der Superlative". Geplant sind noch Stationen auf dem Grund des Baikalsees in Sibirien sowie auf dem Gipfel des Elbrus im Kaukasus-Gebirge. Seit dem Start des Fackellaufs am 7. Oktober in Moskau ist das Olympische Feuer schon mehrmals erloschen.

Auf dem Weg zur Eröffnungsfeier in der Schwarzmeer-Stadt Sotschi soll die Flamme über 65.000 Kilometer transportiert werden. Unter anderem war sie bereits am Nordpol. Kritiker werfen dem Organisationskomitee Gigantismus vor.

Am Donnerstag war eine russische Sojus-Rakete vom kasachischen Weltraumbahnhof Baikonur mit dem russischen Kosmonauten Michail Tjurin, Nasa-Astronaut Richard Mastracchino und dem japanischen Raumfahrer Kochi Wakata in Richtung ISS gestartet. Schon an diesem Montag soll die Fackel zur Erde zurückkehren, wo sie dann Vertretern der Winterspiele übergeben werden soll.

Olympische Fackeln waren bereits vor den Spielen 1996 und 2000 im All, wurden allerdings nicht in den freien Weltraum getragen.

ala/dpa/sid

Diesen Artikel...
Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 20 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
1.
druck_im_topf 09.11.2013
Was für ein TamTam, jetzt fehlt noch, dass Putin die Weltraumfackel noch durch sein Verdauungssystem wandern läßt. Er ist ja so taff. ;-)
2.
sponnerd 09.11.2013
Zitat von sysopDPA/ NASAGroßer PR-Auftritt vor den Winterspielen in Sotschi: Zum Auftakt eines "Fackellaufs der Superlative" haben zwei russische Kosmonauten die Olympische Fackel ins All getragen. Einziger Makel: Die fehlende Flamme. http://www.spiegel.de/wissenschaft/weltall/iss-russische-kosmonauten-tragen-olympia-fackel-ins-all-a-932722.html
Total lahm! Wieso hat nicht Putin selbst mit nacktem Oberkörper die Olympia-Fackel ins All getragen? Wird wohl alt, der lupenreine Demokrat?
3. albern
noalk 09.11.2013
Die Fackel ist so interessant wie ... Auf das Olympische Feuer kommt's an. Das kann auch die Flamme eines Papiers oder eines Streichholzes sein. Hauptsache, sie verlischt nicht auf dem Weg von Olympia nach sonstwohin.
4. Und noch was:
noalk 09.11.2013
Die Flamme durch die zigtausend Kilometer der Moskauer Kanalisation tragen, das wär's doch mal.
5. woooooow
kai kojote 09.11.2013
Ich bin total beeindruckt. Richtig geplättet. Wenn die Fackel jetzt noch einmal nach Andromeda und zurück geschickt wird, dann hat Russland wirklich den allerlängsten.
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    

© SPIEGEL ONLINE 2013
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH





SPIEGEL.TV
Der kompakte Nachrichtenüberblick am Morgen: aktuell und meinungsstark. Jeden Morgen (werktags) um 6 Uhr. Bestellen Sie direkt hier: