Rätselhaftes Loch Russland will die ISS mit Kameras überwachen

Ein Leck auf der Internationalen Raumstation hat im vergangenen Jahr für Spekulationen gesorgt, sogar von Sabotage war die Rede. Nun will Roskosmos Überwachungskameras im All installieren.

Internationale Raumstation ISS
NASA

Internationale Raumstation ISS


Im vergangenen Jahr kam es auf der Internationalen Raumstation ISS plötzlich zu einem Druckabfall. Die Ursache war ein Loch im angedockten russischen "Sojus"-Raumschiff - niemand wusste offenbar, wie es dorthin gekommen war. Wochenlang wurde über den Ursprung gerätselt, sogar von Sabotage war die Rede.

Um die ISS besser überwachen zu können, will Russlands Raumfahrtbehörde Roskosmos im russischen Teil der Station künftig Kameras installieren. Das sagte ein Roskosmos-Sprecher nach Berichten russischer Medien. Bald soll ein Raumfahrer für die Montagearbeiten trainiert werden. Unklar sei noch, wo genau die Kameras angebracht werden.

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ISS: Arbeitstag im offenen All

Das Loch war Ende August entdeckt worden, es konnte zunächst provisorisch verschlossen werden. Dafür wurde das Leck mit einem klebstoffgetränkten Spezialtuch abgedichtet.

Wilde Spekulationen, wie das Loch entstanden sein könnte, machten die Runde: Ein ISS-Besatzungsmitglied habe es absichtlich gebohrt, damit der Rückflug früher stattfinde als geplant, lautete eine Version (mehr zu den Theorien rund um den Vorfall lesen Sie hier). Ein Techniker auf der Erde sei mit einem Bohrer abgerutscht und habe das Leck dann heimlich abgedichtet, lautete eine andere.

Zwei Kosmonauten hatten Anfang Dezember bei einem Außeneinsatz die betroffene Stelle untersucht. Der deutsche Astronaut Alexander Gerst brachte vor Weihnachten Proben aus der Raumkapsel zur Erde mit. Damit soll die Ursache geklärt werden, hoffen Experten.

joe/dpa

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