Marsmobil: "Curiosity"-Rover landet auf dem Roten Planeten

Gute Nachrichten vom Mars - und zwar am besten möglichst viele davon. Das Weltraumauto "Curiosity" bereitet der Nasa seit der Landung im August große Freude. Und die US-Weltraumbehörde lässt die Welt daran teilhaben. Dabei steht die wichtigste Fahrt des Rovers noch bevor.

Selbstbildnis von "Curiosity" auf dem Mars: Glücksfall für die Nasa Zur Großansicht
AFP / Nasa

Selbstbildnis von "Curiosity" auf dem Mars: Glücksfall für die Nasa

Selbst auf dem Roten Planeten gibt es so etwas wie Weihnachtsruhe. Über die Feiertage bekommt das Marsmobil "Curiosity" eine kleine Forschungspause verpasst. So verkündet es die US-Weltraumbehörde Nasa auf ihrer Webseite. Das ferngesteuerte Fahrzeug ist gerade auf dem Weg durch eine Mulde mit dem inoffiziellen Namen Yellowknife Bay - und auf der Suche nach einem passenden Felsblock.

Anfang kommenden Jahres soll das 900-Kilogramm-Forschungslabor dort seinen bordeignen Bohrer zum Einsatz zu bringen. Es geht um pulverisiertes Gestein zur Untersuchung, bevor das Weltraumauto zum Fuße des Mount Sharp weiterrollt. Pardon, zum Aeolis Mons - auch wenn sich das Projektteam offenkundig nicht an die korrekte Bezeichnung des Marsberges halten mag.

Mit einer wahren Flut an Nachrichten von "Curiosity", mit hochauflösenden Bildern und mit Videos versorgt die Nasa die Welt, seitdem das wackere Maschinchen am Morgen des 6. August 2012 auf dem Mars aufsetzte. Die Landung nach monatelangem Flug war risikoreich - und sie ging glatt. Für die Weltraumbehörde war das Manöver ein PR-Glücksfall: Endlich einmal hatte das von Geldknappheit und nach dem Ende des bemannten Astronautentransports auch gehörigen Selbstwertproblemen geplagte Haus gute Nachrichten zu verkünden.

Und genau das tat die Nasa dann auch. Ununterbrochen und über alle verfügbaren Kanäle, inklusive Twitter und Facebook. Dass dann im Web quasi nebenbei noch ein Hype um Bobak Ferdowsi, einen auffällig frisierten Mitarbeiter des Projektteams, losbrach, war ausgesprochen nützlich: Menschlich, modern erfolgreich - dieses Bild von sich selbst zeichnet die Nasa gern. Auch wenn ein Bericht des National Research Council gerade noch einmal den desolaten Zustand des US-Raumfahrtprogramms beklagt hat.

Dennoch, "Curiosity" ist ein Glücksfall für die Behörde - auch wenn die Mission bisher noch keine wirklich spektakulären Ergebnisse geliefert hat. Zumindest keine, die außerhalb von Fachkreisen bedeutend wären. Zwischenzeitliche Gerüchte um weitreichende Entdeckungen erwiesen sich als weit überzogen. Möglicherweise hat der Rover organische Substanzen auf dem Mars gefunden - doch das muss noch bestätigt werden. Außerdem könnten die Moleküle auch von Meteoriten auf den Roten Planeten gebracht worden sein. Oder von "Curiosity" selbst.

Ungefähr 700 Meter hat der Rover bisher auf dem Mars zurückgelegt. Wenn alles nach Plan läuft, sollten in den kommenden Monaten noch eine ganze Menge mehr dazukommen. Und weil das ganze Unternehmen bisher so gut läuft, will es die Nasa am liebsten wiederholen: Im Jahr 2020 soll ein weiterer Rover auf dem Mars abgesetzt werden.

Weiter: Denisova-Mensch: Forscher entziffern 50.000 Jahre altes Erbgut

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chs

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