Weltraumteleskop "Hubble"-Nachfolger verzögert sich weiter

Der "Hubble"-Nachfolger kommt nicht voran. Für das "James Webb"-Teleskop soll es jetzt im Mai 2020 ins All losgehen. Bestenfalls.

"James Webb"-Teleskop im Reinraum (Archivbild)
AFP / Nasa / Chris Gunn

"James Webb"-Teleskop im Reinraum (Archivbild)


Ursprünglich war der Start des neuen Weltraumteleskops für Oktober dieses Jahres geplant. Dann hatte die US-Weltraumbehörde Nasa ihn im vergangenen Herbst bereits auf 2019 verschoben. Nun ist klar: Auch dieser Termin ist nicht zu halten. Das "James Webb"-Teleskop werde nun frühestens im Mai 2020 starten können, teilte die Nasa mit. Die US-Weltraumbehörde arbeitet für das Projekt mit der Europäischen Weltraumorganisation (Esa) und der kanadischen CSA zusammen.

Bis zum Start des Teleskops müssten weitere Tests durchgeführt werden, um den Erfolg der Mission sicherzustellen, erklärte nun die Nasa. "Die Hardware des Teleskops ist komplett, aber es sind Probleme mit dem Raumschiff-Element ans Licht gekommen, die uns dazu zwingen, die notwendigen Schritte zu unternehmen, unsere Anstrengungen zur Fertigstellung dieses ehrgeizigen und komplexen Teleskops neu zu fokussieren", sagte Nasa-Interimschef Robert Lightfoot.

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Schon vor einigen Wochen hatte eine US-Aufsichtsbehörde, die das Projekt überprüft hatte, an einem Startdatum in diesem oder dem kommenden Jahr Zweifel angemeldet. Es bestehe auch das Risiko, dass die vom Kongress bewilligten Mittel in Höhe von acht Milliarden Dollar nicht ausreichten, hatte die für den Kongress arbeitende Rechenschaftsbehörde GAO angemerkt. Die Nasa bestätigte dieses Risiko nun. Finale Zahlen gebe es aber noch nicht.

Das "James Webb"-Weltraumteleskop, benannt nach einem früheren Nasa-Geschäftsführer, soll als Nachfolger des "Hubble"-Teleskops 1,5 Millionen Kilometer weit ins All fliegen und neue Bilder aus dem frühen Universums liefern. (Lesen Sie hier einen Artikel zu den zehn wichtigsten Entdeckungen von "Hubble".) Die Entwicklung des "James Webb"-Teleskops hat bereits mehr als zwei Jahrzehnte gedauert.

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Anders als "Hubble", das Aufnahmen vor allem im optischen und ultravioletten Frequenzspektrum macht, wird "Webb" im infrarotnahen Bereich arbeiten und deshalb noch weiter in die Vergangenheit des Universums zurückschauen können. Kernstück ist ein 25 Quadratmeter großer Spiegel. Astronomen hoffen auch darauf, dass das Teleskop bei der Erforschung von Exoplaneten bisher noch fehlende Informationen liefert.

chs/dpa



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