Satellitenbild der Woche Kyoto macht blau

Die Region um Osaka und Kyoto in Japan gehört zu den größten Ballungsräumen der Welt. Dennoch dreht sich hier viel um Traditionen. Am Biwa-See etwa wurde einst der Grundstein für ein berühmtes Reisgericht gelegt.

ESA


In ein tiefes Blau ist Japans Landschaft auf diesem Bild gehüllt. Die Falschfarben-Satellitenaufnahme zeigt die Region um Osaka und Kyoto im Westteil von Honshu, der Hauptinsel Japans. Das Gebiet, auch Kansai genannt, ist zusammen mit der Stadt Kobe (unten links) mit mehr als 17 Millionen Einwohnern eine der am dichtesten besiedelten Regionen der Erde.

Der Hafen von Osaka mit der riesigen Bucht, in die der Yodo-Fluss mündet, ist nicht das einzige Gewässer im Bild. Nordöstlich von Kyoto (oben rechts) liegt der Biwa-See in der Präfektur Shiga. Er ist mit einer Fläche von mehr als 670 Quadratkilometern der größte Süßwassersee des Landes.

Das malerische Kyoto gilt als eines der kulturellen Zentren des Landes. Zahlreiche Tempel und Shinto-Schreine im historischen Zentrum der Stadt zeugen von ihrer langen Geschichte - darunter etwa die weitläufigen Anlagen des Fushimi-Inari-Taisha-Schreins, er gehört zum Unesco-Weltkulturerbe.

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Satellitenbild der Woche: Schnappschüsse aus dem All

Die Gegend ist zudem berühmt für ihre kulinarischen Errungenschaften. So kommt ein Vorläufergericht des beliebten Sushi von hier. Bei der Zubereitung der teuren Spezialität Funazushi wird Fisch aus dem Biwa-See mit Reis und Salz in Fässern bis zu einem Jahr fermentiert und konserviert. Diese Methode zur Haltbarmachung wurde schon vor über Tausend Jahren genutzt, nicht nur in Japan. Vermutlich wurde sie zuerst am Mekong-Fluss in China entwickelt und wohl auch in Teilen von Südostasien.

Funazushi ist allerdings etwas speziell im Geschmack. Der Reis, der zusammen mit dem Reiswein Sake serviert wird, hat einen sehr intensiven Geruch. Zudem schmeckt er stark säuerlich.

Auch in Osaka dreht sich viel um gutes Essen. Die multikulturelle Gastroszene ist berühmt für gutes Streetfood und die "Kappo"-Küche. Diese wenig formalen Restaurants bringen die Gäste und den Koch zusammen. Die Mahlzeit wird direkt vor den Augen der Gäste zubereitet, manchmal bei einem netten Plausch.

Das Copernicus-Programm

Von all dem weiß Sentinel-2B, der Satellit, der die Aufnahme gemacht hat, natürlich nichts. Bei dem Falschfarbenbild wurden gezielt Bereiche eingefärbt, die vom natürlichen Farbspektrum abweichen, um bestimmte Daten sichtbar zu machen. Die Aufnahme zeigt deutliche Unterschiede in der Landschaftsoberfläche.

So können die Forscher der Europäischen Weltraumorganisation Esa leichter Landmassen von Gewässern oder Dunstwolken unterscheiden. In diesem Fall ist die Vegetation in kräftigen Blautönen dargestellt, die Bebauung wird in gelb-roten Tönen angezeigt.

joe



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