Die japanische Raumfahrtbehörde Jaxa hatte große Hoffnungen in "Akatsuki" gesetzt. Die Sonde, deren Name übersetzt "Morgenröte" bedeutet, sollte in die Umlaufbahn der Venus schwenken und in den kommenden zwei Jahren vielfältige Informationen über den Nachbarplaneten liefern.
Doch am Mittwoch hat das Gefährt anscheinend sein Ziel verfehlt. Wegen nicht vollständig gezündeter Turbinen, heißt es, flog sie vermutlich an dem Planeten vorbei. Zwar bestünde noch Funkkontakt, doch jetzt wird "Akatsuki" erst einige Runden drehen müssen, ehe sie erneut einen Versuch unternehmen kann, ihr Ziel zu erreichen. "Wir könnten es noch einmal probieren, wenn die Sonde in sechs Jahren erneut die Venus passiert", sagte Hitoshi Soeno von der Jaxa.
Ziel der am 20. Mai begonnenen Mission war eine Untersuchung der Vulkanaktivitäten auf der Venus. So sollte die Sonde unter Einsatz von Infrarotkameras und anderen Instrumenten Daten über die von dichten Wolken bedeckte Oberfläche sowie das Klima auf dem Planeten sammeln. Forscher erhoffen sich von genaueren Daten über das Venus-Klima auch Erkenntnisse über die Klimaentwicklungen auf der Erde. Es war geplant, dass "Akatsuki" zwei Jahre lang um die Venus kreist - in Abständen zwischen 300 und 80.000 Kilometern.
Das 25 Milliarden Yen (227 Millionen Euro) teure Projekt war für Japan auch von großer Bedeutung, weil es dem Land zum ersten Mal gelungen wäre, eine Sonde in die Umlaufbahn eines anderen Planeten zu schicken. Japan war bereits 1998 daran gescheitert, eine Sonde in die Umlaufbahn des Mars zu entsenden.
wbr/dapd
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