Satellitenbild der Woche Lauscher in der Wüste

In einem Sperrgebiet in der Wüste Kaliforniens lauscht die US-Weltraumbehörde Nasa hinaus in den Weltraum. Jetzt hat ein Satellit den Komplex fotografiert.

Der Goldstone Deep Space Communications Complex
NASA

Der Goldstone Deep Space Communications Complex


Sie sind irgendwo da draußen. Und sie funken regelmäßig die Erde an. Riesige Antennen horchen deswegen unablässig hinaus in den Weltraum. Die Rede ist von all den Forschungssonden, die die Menschheit über die Jahre ins All geschossen hat - und die bis heute funktionieren. Fernreisende wie die "Voyager"-Zwillinge oder "New Horizons" am Rand des Sonnensystems sind dabei, aber auch Mars-Orbiter oder Weltraumteleskope wie "Hubble" oder "Spitzer".

Damit Forscher und Techniker mit ihnen Kontakt aufnehmen können - und damit die Sonden ihre Daten erfolgreich zur Erde schicken können - sind riesige Antennen nötig. Die Europäische Weltraumorganisation Esa betreibt zum Beispiel das Netz der Estrack-Funkstationen mit seinen 35-Meter-Antennen in Australien, Spanien und Argentinien. Auch Russland, Indien, China und Japan haben vergleichbare Anlagen.

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Die US-Weltraumbehörde Nasa wiederum setzt auf ihr Deep Space Network, kurz DSN, das Vorbild aller kosmischen Kommunikationsnetzwerke. Dessen riesige Parabolantennen stehen in Spanien, Australien - und in der Wüste Kaliforniens. Der dortige Goldstone-Komplex ist in diesem Bild des Satelliten "Landsat 8" aus dem Mai dieses Jahres zu sehen.

Früher hat es hier einmal Goldbergbau gegeben, doch das ist längst vorbei. Das Areal liegt inzwischen im militärischen Sperrgebiet Fort Irwin und umfasst insgesamt 123 Quadratkilometer. Hier draußen gibt es so gut wie keine Störungen durch Stromleitungen oder kommerzielle Sendemasten. Stattdessen lauschen die Radioantennen in den Himmel, die größte von ihnen ("Goldstone DSS 14") hat einen Durchmesser von 70 Metern.

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Das Tausende Tonnen schwere Gerät steht am Standort "Mars Station" und kommuniziert regelmäßig unter anderem mit "Voyager 1". (Eine faszinierende Echtzeitübersicht zu den aktiven Antennen des DSN finden Sie hier.) Die Antenne an der "Pioneer Station", einst gebaut für die US-Mission "Pioneer 3", wird schon seit fast 40 Jahren nicht mehr genutzt. Zum Komplex gehören noch mehrere 34-Meter-Antennen.

Administratives Zentrum des Goldstone Deep Space Communications Complex ist die "Echo Station". Von hier aus hatten die Amerikaner vor fast 60 Jahren mit einem Kommunikationsballon "Echo 1" Kontakt gehalten - und die Technik seitdem immer wieder erneuert.

Wenn die Antennen des Deep Space Network gerade nicht zur Kommunikation mit den Raumsonden genutzt werden, können Radioastronomen mit ihrer Hilfe Forschung treiben. Außerdem unterstützen sich die verschiedenen Raumfahrtorganisationen bei ihrer Arbeit - sodass es zum Beispiel sein kann, dass eine europäische Sonde ihre Signale an eine US-Bodenstation schickt und umgekehrt.

chs

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