Kein Kontakt: Nasa erklärt Mars-Lander "Phoenix" für tot

Die Auferstehung aus der Asche ist diesmal ausgeblieben: Die US-Weltraumbehörde Nasa hat ihre Mars-Landesonde "Phoenix" offiziell für tot erklärt. Zuletzt waren mehrere Versuche gescheitert, noch einmal Kontakt mit dem dreibeinigen Gerät aufzunehmen.

Marssonde "Phoenix" (künstlerische Darstellung): 25.000 Bilder zur Erde gesendet Zur Großansicht
DPA / NASA / JPL

Marssonde "Phoenix" (künstlerische Darstellung): 25.000 Bilder zur Erde gesendet

Los Angeles - So richtig hatte man bei der Nasa nicht damit gerechnet, doch insgeheim hatte wohl so mancher Forscher gehofft. Würde sich die Sonde "Phoenix" nach längerer Zeit der Dunkelheit im Mars-Winter doch wieder bei den Kontrollzentren auf der Erde melden? Diese Hoffnung hat die US-Weltraumbehörde nun aufgegeben. Dutzende Male sei die Raumsonde "Mars Odyssey" zuletzt über das Landegebiet von "Phoenix" geflogen und habe versucht, den Kontakt wieder aufzunehmen - vergeblich.

"Phoenix" war am 25. Mai 2008 in der Nähe des Mars-Nordpols gelandet und hatte fünf Monate gearbeitet - zwei Monate länger als geplant. Dann schwand das zum Betrieb der Sonde notwendige Sonnenlicht. Die Zeit der Finsternis in den hohen Breiten dauert auf dem Mars länger als auf der Erde, weil der Planet für eine Umkreisung der Sonne rund zwei Erdenjahre braucht.

Während ihrer aktiven Zeit hatte "Phoenix" unter anderem Wasser in der Nähe des Mars-Nordpols nachgewiesen. Außerdem fand sie beim Graben im Boden die Chlorverbindung Perchlorat, was lange Diskussionen über die Lebensfeindlichkeit der Mars-Umgebung auslöste. Zur Erde schickte das dreibeinige Gerät rund 25.000 Fotos - eine erstaunliche Zahl. Manche Wissenschaftler hatten auch gehofft, organische Verbindungen oder gar Lebensformen nachzuweisen, die unter extremen Bedingungen auf dem Mars überleben könnten. Doch diesen Erfolg konnte "Phoenix" nicht vermelden.

Dass der Mars-Lander nicht wieder den Betrieb aufnimmt, könnte daran liegen, dass seine Sonnensegel unter der Last von Kohlendioxid-Eis zusammengebrochen sind. Darauf scheinen Aufnahmen des "Mars Reconnaissance Orbiter" hinzudeuten. Auf ihnen hat sich der Schattenwurf des Vehikels deutlich verändert. Nach Ansicht der Experten deutet das darauf hin, dass die Eislast die Solarpaneele demoliert hat.

Eine andere Nasa-Forschungsmaschine hat in der vergangenen Woche einen Rekord gefeiert: Der ferngesteuerte Rover "Opportunity" ist ab sofort das älteste noch funktionierende technische Gerät auf dem Roten Planeten. Der Jubilar könnte seinen Titel aber noch verlieren - wenn seinem Zwillingsbruder "Spirit" das Schicksal von "Phoenix" erspart bleibt und er aus dem Winterschlaf erwacht.

chs/apn/reuters

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