Kepler-1625b Forscher finden wohl ersten Exomond

Mit den Teleskopen "Hubble" und "Kepler" haben Wissenschaftler möglicherweise den ersten Mond außerhalb unseres Sonnensystems entdeckt. Der Himmelskörper würde unseren Erdmond winzig aussehen lassen.

Exoplanet Kepler-1625b mit möglichem Mond (künstlerische Darstellung)
Dan Durda / AP

Exoplanet Kepler-1625b mit möglichem Mond (künstlerische Darstellung)


Mehr als 3800 bestätigte Exoplaneten kennen Astronomen derzeit. Manche von ihnen sind eher klein, so kommt Kepler-37 nur etwa auf die Größe des Erdmondes. Andere wiederum sind so riesig, dass sie über den mehrfachen Durchmesser des Jupiters verfügen, des größten Planeten in unserem Sonnensystem. In der Nähe eines solchen wuchtigen Himmelskörpers haben Astronomen nun Hinweise auf ein Objekt gefunden, das sie für den ersten bekannten Exomond halten. Es wäre ebenfalls beeindruckend groß.

Alex Teachey und David Kipping von der Columbia University in New York berichten im Fachmagazin "Science Advances" von ihren Beobachtungen in 8000 Lichtjahren Entfernung. Im Bereich des Sternbildes Schwan hatten sie sich mit dem "Hubble"-Teleskop einen Stern namens Kepler-1625 angesehen. Der ist etwas schwerer als unsere Sonne und verfügt über einen fast doppelt so großen Radius.

"Hubble" soll noch einmal nachsehen

Bei der Beobachtung war den Wissenschaftlern aufgefallen, dass sich der Stern aus der Nähe der Erde betrachtet gleich mehrfach regelmäßig verdunkelt. Dafür ist zum einen der Exoplanet Kepler-1625b verantwortlich. Das ist ein Gasriese von der Größe des Jupiters. Schuld an der zweiten Verdunkelung wäre den Vermutungen der Wissenschaftler zufolge außerdem ein Mond, der den Exoplaneten umkreist.

Dieser Mond hätte den Beobachtungen zufolge etwa die Größe des Planeten Neptun oder Uranus. Damit wäre das Masseverhältnis von Exoplanet und Exomond vergleichbar von dem von Erde und Erdmond.

Die Forscher stellen aber klar, dass die bisherigen Beobachtungen kein unwiderlegbarer Beweis dafür sind, dass sie tatsächlich den ersten bekannten Exomond gesehen haben. Im Prinzip sei es auch möglich, die Beobachtungen mit der Gravitationswirkung eines weiteren Planeten in dem fernen Sonnensystem zu erklären.

Auf solch einen Planeten habe man aber bisher keine Hinweise, die logischste Erklärung für die Messdaten sei in der Tat die Mond-Hypothese. Nun soll sich "Hubble" die betreffende Himmelsregion schon bald wieder ansehen, um endgültig Klarheit zu schaffen.

Insgesamt hatten sich Teachey und Kipping 284 vom Weltraumteleskop "Kepler" entdeckte Planeten näher angesehen und hatten diese auf mögliche Monde untersucht. Fündig waren sie nur bei Kepler-1625b geworden.

chs

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