Nasa-Weltraumteleskop Kepler geht der Sprit aus

Seit 2009 jagt das Weltraumteleskop Kepler ferne Planeten. Damit ist nun bald Schluss.

Grafische Darstellung des Weltraumteleskops Kepler
Nasa/Ames/Jpl-Caltech/NASA/dpa

Grafische Darstellung des Weltraumteleskops Kepler


Nach rund neun Jahren im All wird dem Weltraumteleskop "Kepler" wohl innerhalb der kommenden Monate der Treibstoff ausgehen. Das teilte die US-Raumfahrtbehörde Nasa mit. "Unsere derzeitigen Schätzungen sind, dass der Tank innerhalb weniger Monate leer sein wird - aber wir sind auch schon in der Vergangenheit von der Leistung von "Kepler" überrascht worden", sagte Nasa-Ingenieur Charlie Sobeck.

"Wir erwarten also, dass die Mission bald endet, aber wir sind darauf vorbereitet, dass wir so lange weitermachen, wie der Treibstoff es zulässt." Bis dahin sollten so viele Daten wie möglich gesammelt und zur Erde geschickt werden.

Der nach dem deutschen Astronomen Johannes Kepler (1571-1630) benannte Planetenjäger war 2009 in die Erdumlaufbahn gebracht worden, um Himmelskörper zu entdecken, die weit entfernt um einen Stern kreisen, so ähnlich wie die äußeren Planeten in unserem Sonnensystem. Außerdem sollte Kepler Ausschau nach Planeten halten, die möglicherweise zwischen unterschiedlichen Sternen hin- und herwandern.

Suche nach weit entfernten Planeten

Seit dem Start der Untersuchungen hat "Kepler" Hinweise auf tausende von fernen Planeten gefunden. Allein im Mai 2016 bestätigte die Nasa die Entdeckung von 1284 Exoplaneten. Im Juni 2017 wurden 219 weitere gefunden, von denen zehn eine ähnliche Größe haben wie die Erde. 2015 erspähte das Weltraumteleskop den der Erde besonders ähnlichen Planeten "Kepler-452b". Er hat ungefähr den 1,6-fachen Radius der Erde, kreist um einen sonnenähnlichen Stern und könnte aus Gestein bestehen.

Bei der Kepler-Mission traten allerdings auch immer wieder technische Schwierigkeiten auf, seit 2013 operiert "Kepler" nur noch in begrenztem Modus. Ein Nachfolger für "Kepler" steht schon in den Startlöchern: Am 16. April soll das Weltraumteleskop "Transiting Exoplanet Survey Satellite" (TESS) vom US-Bundesstaat Florida aus starten und sich auf die Suche nach Exoplaneten machen.

jme/dpa



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