Ende eines Planetenjägers: Nasa beendet "Kepler"-Mission

Nasa-Teleskop "Kepler" (künstlerische Darstellung): Schluss mir der Planetensuche Zur Großansicht
AP/ NASA

Nasa-Teleskop "Kepler" (künstlerische Darstellung): Schluss mir der Planetensuche

Die Suche nach fremden Welten ist für das Observatorium "Kepler" vorbei. Die Nasa hat die Mission des erfolgreichen Planetenjägers offiziell beendet. Astronomen hoffen nun, in den noch nicht ausgewerteten Daten Hinweise auf eine zweite Erde zu finden.

Washington - Es war ein Abschied auf Raten: Weil technische Probleme auch nach mehreren Anläufen nicht behoben werden konnten, kündigte die US-Raumfahrtbehörde Nasa am Donnerstag die Einstellung der "Kepler"-Mission an. Auch nach monatelangen Tests waren zwei der vier sogenannten Trägheitsräder nicht mehr in Gang zu bringen, die das Teleskop in Position halten sollten. Die Suche des Weltraumteleskops nach erdähnlichen Planeten ist somit beendet.

"Zu Beginn unserer Mission wusste niemand, ob Planeten von der Größe der Erde in unserer Galaxie häufig oder selten sind", sagte der leitende Wissenschaftler William Borucki. Das Teleskop habe gezeigt, dass die Galaxie davon "bis zum Rand voll" sei. Unter den vielen Planeten, die "Kepler" entdeckt hatte, umkreisen aber nur wenige ihre Sterne in einer Entfernung, die die Existenz flüssigen Wassers und damit von Leben ermöglicht.

Für Fachleute ist der Ausfall von "Kepler" keine allzu große Überraschung. Bereits im vergangenen Sommer war eines der für die Lagekontrolle nötigen drei Trägheitsräder ausgefallen. Dieser Verlust war zunächst noch zu verschmerzen, weil ein Reservesystem an Bord war. Doch Anfang diesen Jahres hatten sich dann Probleme an einem weiteren Trägheitsrad gezeigt. Und diesmal gab es keinen Ersatz mehr. Daraufhin hatte die Nasa das Teleskop tagelang gestoppt, damit sich das Schmiermittel besser verteilen kann. Letztlich brachte auch dieser Versuch nichts.

Schon der zweite Planetenjäger, der ausfällt

Forscher können nun noch darauf hoffen, dass sich in den bereits gesammelten "Kepler"-Daten weitere Hinweise auf Exoplaneten finden. Boruki sagte laut "New Scientist", die Beobachtungsdaten von zwei Jahren müssten noch ausgewertet werden. "Wir sind wirklich optimistisch, dass wir erdgroße Planeten in der lebensfreundlichen Zone um Sterne von der Größe unserer Sonne finden", so Boruki.

Mit "Kepler" ist der zweite Planetenjäger innerhalb kurzer Zeit ausgefallen. Im vergangenen November hatte das 2006 gestartete Esa-Teleskop "Corot" seinen Dienst quittiert. Es war deutlich kleiner als das amerikanische Observatorium, hatte aber auch mehr als 30 Exoplaneten und 200 noch unbestätigte Kandidaten aufgespürt, bevor sich ein Computerfehler ereignete.

"Kepler" war seit 2009 im Einsatz, hat mehr als 170.000 Sterne auf Planeten untersucht und oft spektakuläre Beobachtungsdaten geliefert. Zuletzt hatten Forscher mit seiner Hilfe einen Planeten entdeckt, der komplett von Wasser bedeckt sein könnte. Insgesamt hatte das Observatorium mehr als 130 Exoplaneten aufgespürt, außerdem rund 3000 Kandidaten.

nik/dpa

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1.
Sackaboner 16.08.2013
Die Amerikaner scheinen jegliche Art von Wissenschaft und Forschung einzustellen; mit Siebenmeilenstiefeln marschieren sie in der Zeit rückwärts. Wollen sie auch ihr Land abschaffen?
2.
dwg 16.08.2013
Zitat von sysop...Unter den vielen Planeten, die "Kepler" entdeckt hatte, umkreisen aber nur wenige ihre Sterne in einer Entfernung, die die Existenz flüssigen Wassers und damit von Leben ermöglicht. Kepler: Nasa beendet Mission des Weltraumteleskops - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/wissenschaft/weltall/kepler-nasa-beendet-mission-des-weltraumteleskops-a-916884.html)
Das sollte eher heißen "...und damit von Leben, wie wir es kennen ermöglicht." Ansonsten schade, daß die Kreisel klemmen und die Mission zu Ende ist.
3. dumpfe USA-Kritik
Walther Kempinski 16.08.2013
Wenn ich das hier schon wieder lese. Das ESA-Observatorium ist wesentlich früher mit viel weniger Daten ausgefallen. Die ESA hat ihr Projekt auch eingestellt. Ersatz ist nicht in Sicht. Die USA bauen "wenigstens" das James Webb Teleskop, es ist in der Pipeline und wird in den nächsten Jahren starten. Die USA sind so oder so weit führend, vor allem bei Deep Space Missionen wie zum Pluto oder Mars. Wo sind die Russen? Wo die Japaner und Europäer? Die Chinesen könnten auch viel mehr machen, die habens ja... Wollen wir Europa abschaffen? *bli bla blubb*
4. Kreiselsorgen
JaguarCat 16.08.2013
Schade, dass die Kreisel so viel Probleme machen. Auch Hubble musste wegen dieser wiederholt repariert werden. Da nach der Einstellung des Space Shuttle keine Service-Missionen zu Hubble mehr möglich sind, wird auch Hubble wahrscheinlich sein Ende erleben, sobald dessen Kreisel den Geist aufgeben.
5. Ich denke nicht, ....
Gerdtrader50 16.08.2013
dass die USA in der Technik und Forschung immer weiter zurückfallen. Ich denke nur, dass die publikumswirksamen Projekte mit Öffentlichkeitsarbeit weniger häufig werden, dafür die militärischen Geheimprojekte, teilweise mit neuem physikalischem Wissen, der Allgemeinheit vorenthalten werden und höchstwahrscheinlich im Geheimen Vorgänge am Laufen sind, die keiner mitkriegt.
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