Weltraumteleskop geht der Treibstoff aus Kepler macht schlapp

Kepler hat seine Mission im All beendet. Nach neun Jahren ist dem Weltraumteleskop wie erwartet der Treibstoff ausgegangen. Es hat wichtige Erkenntnisse über bewohnbare Planeten geliefert.

DPA/ NASA

Das Weltraumteleskop Kepler hat mehr als 2600 Planeten außerhalb unseres Sonnensystems entdeckt - nun ist seine Mission beendet. Nach neun Jahren im All ist dem unbemannten Weltraumobservatorium wie erwartet der Treibstoff ausgegangen, teilte die US-Weltraumbehörde Nasa mit.

"Die Zeit ist gekommen", schrieb Nasa-Manager Thomas Zurbuchen beim Kurznachrichtendienst Twitter. "Danke, dass du unseren Blick auf das Universum verändert hast." Das Teleskop wird seinen Ruhestand nun auf seiner bisherigen Umlaufbahn verbringen.

Fotostrecke

3  Bilder
"Tess": Das ist der neue Planetensucher der Nasa

Die Nasa hatte das nach dem deutschen Astronomen Johannes Kepler (1571-1630) benannte Weltraumteleskop 2009 ins All geschickt. Seine Mission war die Suche nach Planeten außerhalb unseres Sonnensystems, sogenannten Exoplaneten.

Wissenschaftler hätten dank Kepler aufzeigen können, dass 20 bis 50 Prozent aller im Nachthimmel sichtbaren Sterne wahrscheinlich von erdähnlichen, theoretisch bewohnbaren Planeten umkreist würden, erklärte die Nasa. Der frühere Kepler-Forschungsleiter William Borucki bezeichnete die Mission als "riesigen Erfolg".

"Jetzt wissen wir, dass Planeten überall sind"

"Als wir vor 35 Jahren angefangen haben, uns diese Mission auszudenken, wussten wir von keinem Planeten außerhalb unseres Sonnensystems", sagte Borucki. "Jetzt wissen wir, dass Planeten überall sind."

Die Auswertung der von Kepler gelieferten Daten wird noch Jahre in Anspruch nehmen. Ein Nachfolger für Kepler, der Forschungssatellit Tess, wurde im April ins All geschossen. Wie "Kepler" beobachtet das Teleskop das Licht von Sternen. Wenn es kurz dunkler wird, könnte das bedeuten, dass ein Planet vorbeigezogen ist. "Tess" könnte sowohl kleine steinige Planeten als auch riesige Himmelskörper finden - und soll insgesamt ein deutlich größeres Gebiet abdecken als "Kepler".

nis/afp/dpa



insgesamt 16 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
DieButter 31.10.2018
1.
"Als wir vor 35 Jahren angefangen haben, uns diese Mission auszudenken, wussten wir von keinem Planeten außerhalb unseres Sonnensystems" "Jetzt wissen wir, dass Planeten überall sind." Ähm ja. Da unser Sonnensystem nichts besonderes ist, sondern sich im Großen und Ganzen genau, wie jedes andere System verhält, wäre es eher die absolute Sensation gewesen, wenn es anders gewesen wäre. Allein die mathematische Wahrscheinlichkeit, dass es bei zigmilliarden Sternensystemen wohl auch zigmilliarden Planeten geben muss, ist extrem hoch. Diese Erkenntnis jetzt als einzigen Erfolg der Keplermission verkaufen zu wollen, ist, gelinde gesagt, ganz schön schwach.
voiceofratio 31.10.2018
2. An die Butter
Lesen Sie den Artikel doch bitte komplett und nicht selektiv. 20-50% aller Sternensysteme beherbergen erdähnliche Planeten! Das ist ganz und gar nicht selbstverständlich, sondern im Gegenteil sensationell. Ich hätte das Zahlen im Promille-Bereich erwartet. Die Erde ist nämlich ein sehr spezieller Planet mit einem, so dachten wir zumindest, sehr einzigartigen Klima, einer ausgeprägten Atmosphäre und mit Elementen, die notwendig sind für Leben, so wie wir es kennen. Dass es nun derart viele Planeten geben soll, die zumindest in Teilen ähnlich sind, ist fantastisch. Das ist ein Riesenerfolg und ein Beleg dafür, dass weitergesucht werden muss.
manicmecanic 31.10.2018
3. @2. alles nur reine Vermutungen
Auch wenn Sie das so schön als bewiesene Tatsachen darstellen sind es keine.Man kann mit unserer Technik wenn überhaupt so gerade eben nachweisen daß da eventuell Planeten sind.Alle weitergehenden Behauptungen wie erdähnlich etc. sind reine Wunschträume und durch nichts bewiesen.Was mich an dem Ende wundert ist daß man das Ding nicht wieder auftankt wenn sonst alles noch ok ist.
Bueckstueck 31.10.2018
4. @manicmecanic
Da liegst du falsch. Mittlerweile ist es möglich aufgrund absorbierter Teile des Lichtspektrums diverse Elemente in den Atmosphären von Exoplaneten zu bestimmen. So wurde alleine dieses Jahr zum ersten mal eindeutig Helium (WASP-107B), Eisen und Titan (KELT-9B) in der Armosphäre von solchen Planeten nachgewiesen, letzterer ist 650 Lichtjahre entfernt. Das ELT in der Atacamawüste soll mit dem HIRES Spektrografen künftig nach Biosignaturen suchen. Die Exoplanetenforschung entwickelt sich mit unfassbarer Geschwindigkeit, es ist nur eine Frage der Zeit bis mit hoher Wahrscheinlichkeit ein Planet gefunden wird, der Leben hervorbringen kann oder bereits einfache Bausteine dafür beherbergt.
worlorn 31.10.2018
5.
Zitat von voiceofratioLesen Sie den Artikel doch bitte komplett und nicht selektiv. 20-50% aller Sternensysteme beherbergen erdähnliche Planeten! Das ist ganz und gar nicht selbstverständlich, sondern im Gegenteil sensationell. Ich hätte das Zahlen im Promille-Bereich erwartet. Die Erde ist nämlich ein sehr spezieller Planet mit einem, so dachten wir zumindest, sehr einzigartigen Klima, einer ausgeprägten Atmosphäre und mit Elementen, die notwendig sind für Leben, so wie wir es kennen. Dass es nun derart viele Planeten geben soll, die zumindest in Teilen ähnlich sind, ist fantastisch. Das ist ein Riesenerfolg und ein Beleg dafür, dass weitergesucht werden muss.
Großer Irrtum! Das Vorhandensein von Gesteinsplaneten reicht BEI WEITEM nicht aus. Um erdähnlich zu sein, sollte er etwa die gleiche Masse haben, sich in der habitalen Zone befinden, keine Umlaufrotation haben, eine stabile Oberfläche (nicht ständig umgewälzt durch Vulkanausbrüche oder Meteoriten/Asteroiden), Temperaturen, die Oberflächenwasser ermöglichen, auch genügend Wasser, eine Atmosphäre mit ausreichender Dichte, ein Magnetfeld, möglichst auch (mindestens) einen relativ großen Mond. Nicht zuletzt ist eine "gutmütige" Sonne nötig (Gegenbeispiel: der rote Zwerg Proxima C) Es gibt noch mehr Bedingungen, die nach heutiger Kenntnis erfüllt sein müssen, um eine Evolution über Mia. Jahren hinweg zu ermöglichen. In der Geschichte des Planeten dürfen sich nicht zu große Katastrophen ereignet haben. Wir wissen, dass das irdische Leben mehrmals vor der Auslöschung stand, z.B. in den "Eisballperioden" (Erde komplett zugefroren), große Meteoriteneinschläge, Vulkanausbruchs-Serien. Das alles schränkt die Möglichkeiten extrem ein, so sehr, dass es m.E. immer noch für Einzigartigkeit der Erde spricht, zumindest im komischen Beobachtungsbereich für Planetensysteme. Dass die Planetenjäger lieber darüber nicht reden, ist verständlich. Wer stellt schon sein eigenes Forschungsgebiet in Frage?
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2018
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.