Kollision im All: Russischer Weltraumschrott zerstört US-Satellit

Zusammenprall im Weltraum: Ein abgeschalteter russischer Satellit hat in der Erdumlaufbahn einen US-Kommunikationssatelliten gerammt. Hunderte Trümmerteile treiben durch das All - und könnten auch die Internationale Raumstation ISS treffen.

Washington - Das US-Unternehmen Iridium hat bekanntgegeben, dass einer ihrer Kommunikationssatelliten von einem alten russischen Satelliten gerammt wurde. Die Kollision in 800 Kilometern Höhe sei ein äußerst seltenes Ereignis.

Gefahr für die ISS: Nach der Kollision eines russischen mit einem US-Satelliten treiben Hunderte Trümmerteile in der Erdumlaufbahn
DDP

Gefahr für die ISS: Nach der Kollision eines russischen mit einem US-Satelliten treiben Hunderte Trümmerteile in der Erdumlaufbahn

Die US-Weltraumagentur Nasa hatte nach Angaben von "Space News" schon am Dienstag mitgeteilt, der knapp eine Tonne schwere russische Satellit "Kosmos 2251" sei mit dem rund 600 Kilogramm schweren Iridium-Satelliten kollidiert. Zwei Wolken aus rund 600 Trümmerteilen haben sich dadurch gebildet. Sie werden von der Nasa überwacht.

Die Wrackteile stellen eine Gefahr für die Raumfahrt dar - auch für die Internationale Raumstation ISS. Das Risiko für die ISS halte sich aber "in akzeptablen Grenzen", zitiert die "Washington Post" aus einem Nasa-Dokument.

Die ISS umkreist die Erde in 350 Kilometer Höhe, also deutlich niedriger als die kollidierten Satelliten. Trotzdem könnte sie zu einem Ausweichmanöver gezwungen sein, sagte Nasa-Sprecher John Yembrick. Das sei für die Station aber kein Problem, ein solches Manöver sei bereits achtmal gelungen.

Die Firma Iridium will den zerstörten Satelliten schnell durch einen anderen Satelliten ersetzen, der bereits im All ist. Zwischenzeitlich könne es aber zu kurzen Kommunikationsstörungen und -ausfällen kommen.

Die Zahl der Satelliten in der Erdumlaufbahn ist seit Jahren gestiegen. Seitdem die Sowjetunion 1957 mit dem Sputnik den ersten Satelliten erfolgreich gestartet hatte, wurden rund 6000 weitere ins Weltall geschossen. Etwa die Hälfte davon ist heute nach Nasa-Angaben nicht mehr in Betrieb. Auch der russische "Kosmos 2251" wurde nicht mehr genutzt.

Nach Erkenntnissen des US-Militärs handelt es sich bei dem russischen "Kosmos 2251" ebenfalls um einen Kommunikationssatelliten, der aber seit rund zehn Jahren nicht mehr in Betrieb gewesen sei.

beb/dpa/AP/AFP

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