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Neu entdeckter Komet: Astronomen hoffen auf Himmelsspektakel

Im September haben Hobbyastronomen einen Kometen entdeckt, der vielleicht eine strahlende Zukunft vor sich hat: Wenn sich der kosmische Wanderer Ende 2013 der Sonne nähert, könnte er eines der hellsten Objekte am Nachthimmel werden. Doch womöglich verglüht er auch auf dem Weg.

C/2012 S1 (ISON): Komet reist in Richtung Sonne Zur Großansicht
Remanzacco Observatory/ E. Guido/ G. Sostero/ N. Howes

C/2012 S1 (ISON): Komet reist in Richtung Sonne

Entdeckt wurde er erst vor wenigen Tagen - doch in gut einem Jahr könnte der Komet "C/2012 S1 (ISON)" für eine Weile eines der hellsten Objekte am Nachthimmel sein. Das ist allerdings nur eine Prognose. Denn noch können Astronomen nicht genau sagen, wie sich der Komet auf seiner Reise Richtung Sonne entwickelt.

Am 21. September hatten ein russischer und ein weißrussischer Hobbyastronom, Vitali Nevski und Artyom Novichonok, den Kometen auf Aufnahmen des International Scientific Optical Network (ISON) entdeckt. Momentan ist "C/2012 S1" noch weiter von der Sonne entfernt als der Jupiter. Berechnungen zufolge wird er dem Zentralgestirn aber in gut einem Jahr relativ nahe kommen.

Wie die US-Weltraumbehörde Nasa berichtet, soll er im November 2013 die Sonne in einer Entfernung von nur 1,8 Millionen Kilometer passieren. Zum Vergleich: Die Erde kreist mit rund 149 Millionen Kilometern Abstand um die Sonne. Der Merkur, der Planet, der sich in der engsten Bahn um die Sonne bewegt, befindet sich in rund 58 Millionen Kilometern Entfernung vom Zentralgestirn.

Zwei mögliche Szenarien

Was mit dem Kometen passiert, wenn er sich der Sonne nähert, lässt sich nicht vorhersagen. Die zwei Extremfälle sehen so aus:

  • Der Komet bleibt intakt und erhitzt sich stark. Dann wäre er von der nördlichen Hemisphäre aus mit bloßem Auge am Himmel zu sehen - und zwar mehrere Monate lang.
  • Es ist jedoch auch möglich, dass der Komet den immer extremeren Bedingungen auf seiner Reise Richtung Sonne nicht standhält. Schon Wochen oder Monate, bevor er dem Stern am nächsten käme, würde der "schmutzige Schneeball" dann auseinanderbrechen. Das Himmelsspektakel bliebe in diesem Fall aus.

Eine interessante Zeit, den Kometen zu beobachten, könnte nach Angaben der Nasa auch der frühe Oktober 2013 sein. Dann passiere "C/2012 S1" den Mars und sei wahrscheinlich von dort aus gut zu sehen - für den Planeten umkreisende Sonden oder die Mars-Rover.

wbr

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