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Kosmische Begegnung: 18-Meter-Asteroid fliegt knapp an Erde vorbei

Ein Gesteinsbrocken so groß wie ein Reisebus ist in 12.000 Kilometern Entfernung an der Erde vorbeigeflogen - für kosmische Verhältnisse ein äußerst geringer Abstand. Astronomen hatten den Asteroiden zunächst für Weltraumschrott gehalten.

Bahn von 2011 MD: Asteroid näherte sich Erde bis auf 12.000 Kilometer Zur Großansicht
NASA/ JPL-Caltech

Bahn von 2011 MD: Asteroid näherte sich Erde bis auf 12.000 Kilometer

Los Angeles - Für die Dinosaurier endete der Crash tödlich: Vor etwa 65 Millionen Jahren schlug ein mehrere Kilometer großer Asteroid auf die Erde ein und besiegelte das Ende der riesigen Lebewesen - so zumindest die gängige Hypothese über das Aussterben der Saurier.

Am Montag war wieder einmal ein Asteroid unterwegs Richtung Erde. Der von amerikanischen Astronomen auf den Namen 2011 MD getaufte Gesteinsbrocken wurde erst in der vergangenen Woche entdeckt. Um 19 Uhr MEZ passierte er in einer Entfernung von lediglich 12.000 Kilometern die Erde, es bestand jedoch keine Gefahr. Wegen seiner vergleichsweise geringen Größe von bis zu 18 Metern hatten Wissenschaftler den Asteroiden zunächst sogar für Weltraummüll gehalten.

Umherfliegende Asteroiden mit ähnlichen Ausmaßen wie 2011 MD streifen die Erde in der Regel alle sechs Jahre. Ein etwas kleinerer Brocken war der Erde in diesem Jahr bereits bis auf 5600 Kilometer nahe gekommen. Der Durchmesser unseres Planeten beträgt knapp 13.000 Kilometer. Bei der Nasa geht man davon aus, dass ein derart kleiner Asteroid jedoch keinen Schaden anrichten würde, sollte er die Erde treffen. Er würde beim Eintreten in die Atmosphäre verglühen.

Rettungstechnik gesucht

Absolute Zahlen für Einschläge von Asteroiden auf der Erde gibt es nicht. Statistiken zufolge schlägt etwa einmal pro Jahr ein fünf bis zehn Meter großer Brocken auf die Erde ein. Schäden treten dabei allerdings so gut wie nicht auf, weil diese kleinen Himmelskörper beim Auftreffen auf die Erdatmosphäre meist explodieren und verdampfen. Man geht daher davon aus, dass viele der Treffer gar nicht registriert werden.

Doch alle 2000 Jahre ist der Nasa zufolge - statistisch gesehen - mit dem Einschlag eines rund 100 Meter großen Geschosses zu rechnen. Das hätte weitaus schlimmere Folgen: Zumindest die Einschlagregion würde dadurch heftig verwüstet. Eine funktionierende Rettungstechnik, die einen Asteroiden auf Kollisionskurs ablenken könnte, steht der Menschheit bisher jedoch nicht zur Verfügung.

Welche spektakulären Folgen der Einschlag eines großen kosmischen Objekts auf einem Planeten haben kann, sahen Astronomen zuletzt im Sommer 2009. Damals war auf dem Jupiter ein Asteroid oder Komet eingeschlagen - und hatte zeitweise eine Narbe von der Größe des Pazifischen Ozeans hinterlassen (siehe Fotostrecke links oben).

hda/dapd/dpa

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insgesamt 55 Beiträge
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1. Punkt
beutzemann 28.06.2011
Zitat von sysopEin Gesteinsbrocken so groß wie ein Reisebus ist in 12.000 Kilometern Entfernung an der Erde vorbeigeflogen - für kosmische Verhältnisse ein äußerst geringer Abstand. Astronomen hatten den Asteroiden zunächst für Weltraumschrott gehalten. http://www.spiegel.de/wissenschaft/weltall/0,1518,770945,00.html
Über diese Problematik gabs einen Roman. Volltreffer über Berlin wäre eine schöne Nachricht... Nur der Staub auf unserer Fensterbank anschließend würde stören... >:-) Sarkastisch: Beutz.
2. Schön dargestellt...
EchoRomeo 28.06.2011
jetzt haben wir wenigstens alle wieder Angst. Wo bitte können wir / können unsere Regierungen einzahlen, damit Forschungsinstitute zum Thema nicht darben müssen. PS: Die Frequenz des Sautriebs durch die Gemeinde wird sich wohl erst dann stabilisieren, wenn die sich gegenseitig über den Haufen rennen oder die Bürger die Sauen abschaffen.
3. und was ?
einapfelbäumchen 28.06.2011
Zitat von sysopEin Gesteinsbrocken so groß wie ein Reisebus ist in 12.000 Kilometern Entfernung an der Erde vorbeigeflogen - für kosmische Verhältnisse ein äußerst geringer Abstand. Astronomen hatten den Asteroiden zunächst für Weltraumschrott gehalten. http://www.spiegel.de/wissenschaft/weltall/0,1518,770945,00.html
- 110 Meter lange Raumstation kreist in 350 Kilometern Abstand um die Erde ... - 15 Meter langer Reisebus ist verschrottet worden ... Wo ist die Nachricht? Habe ich was überlesen?
4. Kleinere Teleskope
danduin, 28.06.2011
Es wird Zeit für ein Netz von kleineren Teleskopen, die den Himmel automatisch nach Asteroiden absuchen. Diese müßten alle Asteroiden entdecken die sich in der relativer Nähe der Erde befinden.
5. Armageddon
Tokamak 28.06.2011
Zumindest kann eine solche Nachricht mal die Probleme, die wir hier auf unserer kleinen Erde haben, mal ins rechte Verhältnis setzen und uns klarmachen, wie schnell unser irdisches Dasein als menschliche Spezies beendet werden kann (ohne daß wir uns selber umbringen - das geht ja immer)...
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Meteoriten und Asteroiden
Meteoriten sind Brocken kosmischen Ursprungs, die in die Atmosphäre eintauchen und den Boden erreichen. Ihre Größe reicht von wenigen Millimetern bis zu Dutzenden Metern. Auch Bruchstücke von Asteroiden werden als Meteoriten bezeichnet und können ähnlich große Zerstörungen wie Asteroiden hervorrufen. Als Asteroiden werden kleinere, in der Regel planetenähnliche Objekte bezeichnet, die sich um die Sonne bewegen.

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