Kosmische Dämmerung: Hubble-Teleskop entdeckt früheste Galaxien

Mehr als 13 Milliarden Jahre alt sind die Galaxien, die das Weltraumteleskop Hubble jetzt aufgenommen hat. Sie stammen aus der geheimnisvollen Ära der kosmischen Dämmerung - und sind beinahe so alt, wie das All selbst.

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Erste Galaxien: Kurz nach dem Urknall war das All noch undurchsichtig

Washington/Hamburg - Das Weltraumteleskop Hubble hat einen tiefen Blick ins All gewagt und sieben der ersten Galaxien überhaupt erspäht. Unter ihnen könnte auch ein Kandidat für die fernste Galaxie sein, die je beobachtet wurde, berichtet die Nasa. Die Rekordgalaxie befindet sich ersten Analysen zufolge rund 13,3 Milliarden Lichtjahre entfernt. Solche Objekte geben Aufschluss darüber, wie sich das Universum entwickelt hat.

Alle beobachteten Sterneninseln sind zu einer Zeit vor mehr als 13 Milliarden Jahren zu sehen. Heute ist das All 13,7 Milliarden Jahre alt. "Wir haben die längste Belichtung gemacht, die Hubble je aufgenommen hat, und einige der schwächsten und fernsten Galaxien abgelichtet", berichten Forscher vom California Institute of Technology.

Zwischen August und September 2012 beobachteten sie sechs Wochen lang einen kleinen Himmelsausschnitt, der als "Hubble Ultra Deep Field" bekannt ist. In ihm waren schon vor rund neun Jahren tausende Galaxien zum Teil aus der Frühzeit des Universums entdeckt worden. Die aktuellen Erkenntnisse werden in einer der kommenden Ausgaben des Fachmagazins "Astrophysical Journal Letters" veröffentlicht.

Die Beobachtung zeigt die Entwicklungsgeschichte des ganz jungen Universums. Die ersten Galaxien sind demnach nicht nahezu zeitgleich entstanden, wie manche Theorien annehmen, sondern nach und nach. "Es gab keinen einzelnen, dramatischen Moment, in dem sich die Galaxien formten, es war ein schrittweiser Prozess", sagt Brant Robertson von der Universität von Arizona in Tucson.

Die Studie liefere den ersten belastbaren Zensus von Galaxien aus der Ära der "kosmischen Dämmerung", schreiben die Forscher. Direkt nach dem Urknall war das Weltall weitgehend undurchsichtig, weil kaltes Wasserstoffgas viel Licht verschluckte. Die ersten Sterne und Galaxien heizten den Wasserstoff dann so weit auf, dass er ein Elektron aus seiner Hülle verlor und damit wieder durchsichtig wurde.

Die Hubble-Beobachtungen stützen die Vorstellung, dass diese sogenannte Re-Ionisation nach und nach zwischen etwa 200 Millionen und einer Milliarde Jahre nach dem Urknall ablief und das Universum nicht plötzlich durchsichtig wurde. Das Hubble-Weltraumteleskop war 1990 ins All gebracht worden und beobachtet seitdem Licht, Ultraviolett- und Infrarotstrahlung.

jme/dpa

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