Kosmischer Brocken: Bausteine des Lebens in Meteorit entdeckt

Kam das Leben aus dem All auf die Erde - und ist es überall im Kosmos verbreitet? Eine neue Studie erhärtet diesen Verdacht: In einem Meteoriten haben Forscher die grundlegenden Bausteine des Lebens gefunden.

Fragment des Tagish-Lake-Meteoriten: Bausteine des Lebens aus dem All Zur Großansicht
University of Alberta/ Creative Services/ Michael Holly

Fragment des Tagish-Lake-Meteoriten: Bausteine des Lebens aus dem All

Die ersten organischen Stoffe im Sonnensystem stammen ursprünglich aus dem Weltraum zwischen den Sternen. Das zeigen Untersuchungen von Materialproben aus einem im Jahr 2000 in Kanada niedergegangenen Meteoriten. Die Substanzen, die als Bausteine des Lebens gelten, können daher auch auf andere Himmelskörper im Sonnensystem und auf Planeten bei anderen Sternen gelangt sein und dort den Anstoß für eine Entstehung von Lebensformen gegeben haben, berichten kanadische Forscher im Fachblatt "Science".

Christopher Herd von der University of Alberta und seine Kollegen haben vier Materialproben des Tagish-Lake-Meteoriten untersucht. Dessen Bruchstücke waren am 18. Januar 2000 auf den vereisten Tagish Lake, einen See im kanadischen Yukon-Territorium, niedergeregnet. Der Meteorit ist ein sogenannter kohliger Chondrit, ein Gesteinsbrocken mit einem hohen Anteil an organischen, kohlenstoffhaltigen Substanzen. Ähnliche Stoffe findet man auch im interplanetarischen Staub und in Kometen, was auf einen gemeinsamen Ursprung hindeutet.

Organische Stoffe veränderten Gestein

Um die Herkunft der organischen Stoffe - darunter essentielle Bausteine des Lebens wie Aminosäuren und Carbonsäuren - zu klären, haben Herd und seine Kollegen die chemische und physikalische Beschaffenheit der vier Proben analysiert und miteinander verglichen. Dabei zeigte sich, dass die genaue Zusammensetzung der organischen Stoffe von Probe zu Probe stark variiert.

Gleichzeitig zeigen die Proben auch eine unterschiedliche Entwicklungsgeschichte - das Gestein hat sich unter dem Einfluss von Hitze und Wasser verändert. Herd und seinem Team gelang es nun zu zeigen, dass es zwischen der Zusammensetzung der organischen Stoffe und den Veränderungen des Gesteins einen deutlichen Zusammenhang gibt.

Die Forscher schließen daraus, dass in der Frühzeit des Sonnensystems, als der Meteorit Teil eines größeren Himmelskörpers war, Wasser und Hitze die beobachteten Unterschiede verursacht haben. Ursprünglich war, so die weitere Schlussfolgerung von Herd und seinem Team, die Zusammensetzung der organischen Stoffe überall gleich.

Das wiederum werten die Wissenschaftler als Beleg für eine gemeinsame Herkunft der Substanzen aus der zwischen den Sternen verteilten Materie. Damit könnten organische Stoffe aus dem All nicht nur auf der Erde, sondern auch auf anderen Himmelskörpern im Sonnensystem und Planeten bei anderen Sternen für die Entstehung von Leben gesorgt haben.

Die Vorstellung von Meteoriten als kosmische Lebensspender ist keineswegs neu. Erst im März haben Forscher einen Meteoriten als Quelle für Stickstoff enttarnt, einen der Grundbausteine des Lebens. Andere Wissenschaftler glauben gar, fossile Spuren außerirdischen Lebens auf Meteoriten gefunden zu haben.

mbe/dapd

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insgesamt 39 Beiträge
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1. Wir sind
bunterepublik 10.06.2011
Wir sind halt doch alle außerirdisch
2. Hat
crocodil 10.06.2011
halt Gott oder eine andere Religionsoberhäupter, diese Steine zu uns geschickt? Es gibt millionenfaches Leben im Weltraum, leider wissen wir es nicht. Aber seit Menschengedenken werden die Leute duch die Religionen ausgenutzt, weil sie daran glauben. Eins ist doch mal sicher, wir kommen aus dem Nichts, (oder kann sich jemand daran erinnern , wie er damals geboren wurde?), und gehen ins Nichts.
3. Nichts wirklich neues
Nonvaio01 10.06.2011
Hallo, das die Bausteine fuer leben aus dem All kommen ist allgemein bekannt.
4. ......
Nonvaio01 10.06.2011
Zitat von bunterepublikWir sind halt doch alle außerirdisch
mehr als wir denken. Ich hab da eh meine eigene theorie.
5. Seltsam
berliner54 10.06.2011
Ich verstehe nicht warum immer wieder versucht wird, eine eigenständige Entwicklung des Lebens auf der Erde in Frage zu stellen. Warum sollte es nicht an mehreren Stellen unseres und anderer Sonnensysteme Entwicklungen zu einem kohlenstoffbasierten Leben geben und gegeben haben. Muß ein "Schöpferplanet" (Gottesplanet) existieren, um Leben zu verteilen? Warum kann nicht einfach akzeptiert werden, dass an verschiedenen Stellen des Universums unabhängig voneinander ähnliche oder sogar gleiche Strukturen entstehen? Brauchen wir immer eine Zentralquelle oder einen Schöpfer?
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