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Kurz nach dem Urknall: "Hubble" fotografiert uralte Galaxie

Die bislang wohl älteste jemals betrachtete Galaxie im Universum hat das "Hubble"-Weltraumteleskop fotografiert. 13 Milliarden Jahre lang war das Licht von dort zur Erde unterwegs. Der Blick in die Ferne ist auch einer in die Frühzeit des Universums.

Das Licht auf dem "Hubble"-Bild ist 13 Milliarden Jahre alt. "Dies ist der detaillierteste Blick, den wir je auf ein Objekt so weit in der Vergangenheit geworfen haben", sagt Garth Illingworth von der University of California. Er ist einer der Forscher, die mit "Hubbles" Near Infrared Camera and Multi-Object Spectrometer (NICMOS) ins dunkle Zeitalter des Universums zurückgeblickt haben. Der Blick in die Vergangenheit ist auch der wohl weiteste, den die Menschheit je getan hat: "Dieses Objekt ist der stärkste Kandidat für die bislang am weitesten entfernte Galaxie", sagte Piero Rosati von der European Organisation for Astronomical Research (ESO) in Garchin bei München.

Die Galaxie A1689-zD1 war im sogenannten dunklen Zeitalter des Universums vermutlich eine der ersten, die begannen, Sterne zu formen und das nach dem Urknall abgekühlte Universum wieder mit Licht und Wärme zu erfüllen. Bilder des "Spitzer"-Weltraumteleskops lieferten zusätzliche Hinweise, dass A1689-zD1 tatsächlich ein Kreißsaal für Sterne war. Die "Hubble"-Bilder stammen aus einer Zeit, als das Universum als ganzes noch in den Kinderschuhen steckte.

Aktuellen Theorien zufolge begann das dunkle Zeitalter des Universum etwa 400.000 Jahre nach dem Urknall. Das rasend schnell expandierende Universum kühlte sich ab, kalte Wasserstoffwolken bildeten sich. Diese kalten Wolken durchzogen den Raum wie ein dicker Nebel. Irgendwann begannen sich Sterne und Galaxien zu bilden - und deren Licht erhitzte und vertrieb schließlich den Wasserstoffnebel. Etwa eine Milliarde Jahre lang, schätzen Forscher, dauerte die dunkle Frühzeit des Universums.

Die nun fotografierte Galaxie sei vermutlich "eine der vielen, die dabei halfen, das dunkle Zeitalter zu beenden", so Larry Bradley von der Johns Hopkins University.

Auf Abbildungen, die sichtbares Licht erfassen, kann man die nun fotografierte Galaxie nicht sehen. Weil sich das Universum ausdehnt, sind die uralten Lichtwellen langgezogen, das Licht kommt als Infrarotlicht auf der Erde an. Auch das Infrarotlicht konnten "Spitzer" und "Hubble" aber nur mit Hilfe weiterer ferner Galaxien entdecken.

Ein Galaxien-Cluster namens Abell 1689, der 2,2 Milliarden Lichtjahre von der Erde entfernt ist, hat das Infrarotlicht aus der Frühzeit des Universums so gebündelt, dass es hier auf der Erde überhaupt nachweisbar ist. Diese sogenannte Gravitationslinse hat das Licht aus der Ferne etwa um den Faktor zehn verstärkt - eine Art natürliches Teleskop. Dass diese Konstellation überhaupt zustande kam, ist für die Astronomen ein Glückfall: "Diese Galaxie liegt in der nähe der Region, für die der Galaxien-Cluster die stärkste Vergrößerung poduziert - was essentiell dafür war, diese Galaxie in die Reichweite von Hubble und Spitzer zu bringen", erklärt Piero Rosati.

cis

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