Satellitenbild der Woche Schaurig schön

Wassermassen aus dem Lake Pontchartrain haben New Orleans einst verwüstet, als der Hurrikan "Katrina" über die Stadt zog. Nun bietet sich dort ein beeindruckendes Schauspiel.

Phytoplanktonblüte im Lake Pontchartrain
NASA Earth Observatory

Phytoplanktonblüte im Lake Pontchartrain


Wie gefährlich der Lake Pontchartrain ihnen werden kann, das wissen die Einwohner von New Orleans und der umliegenden Region allerspätestens seit dem Sommer 2005. Damals wütete der Hurrikan "Katrina" über ihrer Stadt. Die Windgeschwindigkeiten lagen teils bei rund 200 Kilometern in der Stunde, es schüttete und schüttete - und die Pegel stiegen unaufhörlich. Und während die Deiche, die New Orleans vor den Fluten des Mississippi schützen sollen, ihre Aufgabe erfüllten, konnten die Schutzbauwerke am See den Wassermassen irgendwann nicht mehr standhalten.

An Kanälen im Norden von New Orleans barsten am 30. August 2005 die Schutzwände. Unvorstellbare Mengen an Seewasser ergossen sich in die Stadt. Das war vor allem deswegen so schlimm, weil New Orleans in weiten Teilen unter dem Meeresspiegel liegt - und auch unter dem des Sees.

Bis zu 80 Prozent der Stadt wurden überflutet, teils mehrere Meter hoch. Ein großer Teil der Bevölkerung hatte die Stadt zu diesem Zeitpunkt bereits verlassen - doch Tausende harrten auch aus, unter anderem im Stadion, dem Super Dome, und dem Konferenzzentrum. Infolge des Hurrikans starben mindestens 1464 Menschen, die meisten davon in New Orleans.

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Faszinierende Satellitenbilder: So haben Sie die Welt noch nie gesehen

Das Bild oben des US-Satelliten "Landsat 8" zeigt den See aus 700 Kilometern Höhe. Entstanden ist die Aufnahme vor gut einem Monat, jetzt hat es die Nasa veröffentlicht. Zu sehen ist das Nordufer mit der Stadt Mandeville. Auch dort war es durch "Katrina" zu schweren Überflutungen gekommen. Außerdem im Bild ist die auf Stelzen gebaute Brücke des Lake Pontchartrain Causeway, mit 38 Kilometern Länge einstmals die längste Brücke der Welt.

"Katrina" beschädigte das Bauwerk, allerdings weniger als von manchen Experten im Vorfeld befürchtet worden war. Im Oktober 2005 konnte die Strecke nach Reparaturarbeiten wieder benutzt werden. Genau genommen handelt es sich um zwei Brücken, die parallel geführt sind. Eine wurde 1955 bis 1956 gebaut, die andere 1967 bis 1969. Derzeit diskutiert man in der Region über den Bau einer dritten Brücke, weil das Kapazitätslimit erreicht ist.

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Satellitenbild der Woche: Schnappschüsse aus dem All

Die Nasa hat das Satellitenbild übrigens veröffentlicht, weil es im Wasser des Lake Pontchartrain eine eindrückliche Phytoplanktonblüte zeigt. Schuld sind Sonneneinstrahlung, wenig Störungen durch Wind - und ein drastisches Überangebot von Nährstoffen. Sie stammen aus Düngemitteln, die der Mississippi aus seinem riesigen Einzugsgebiet mit in Richtung Meer bringt. Über einen Flutkanal, den Bonnet Carré Spillway, gelangte das Wasser in den See. Dort werden die Nährstoffe für lange Zeit verfügbar bleiben, weitere Blüten in diesem Jahr sind wahrscheinlich.

Und in New Orleans? Dort wird längst wieder gefeiert, in diesem Jahr das 300. Stadtjubiläum.

chs



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