Leserfotos Komet McNaught erleuchtet den Süden

Er ist so hell, dass er schon jetzt als "großer Komet des Jahres 2007" bezeichnet wird. McNaught strahlt heller als alle Kometen der vergangenen Jahrzehnte - und entzückt derzeit die Bewohner der Südhalbkugel. Viele SPIEGEL-ONLINE-Leser konnten Fotos des Kometen schießen.


McNaught alias C/2006 P1 erhält den Titel "großer Komet des Jahres 2007", obwohl nicht einmal der Januar verstrichen ist. Schließlich sei er heller als Hale-Bopp, heller als der Komet West und überhaupt der hellste Komet der letzten 40 Jahre, teilte die Europäische Südsternwarte (Eso) mit. "Immerhin der beste, den ich in meinem Leben gesehen habe", kommentiert Robert McNaught, der Entdecker des kosmischen Reisenden.

Seit Ende letzter Woche ist der Komet am Nachthimmel über der Südhalbkugel der Erde zu erkennen, nachdem ihn seine Flugbahn zuvor genau vor der Sonne vorbeigeführt und ihn für Beobachter auf der Erde unsichtbar gemacht hat.

Die Hoffnung von Nasa-Astronom Tony Phillips, C/2006 P1 könnte der hellste Komet werden, der je in der Geschichte aufgezeichnet worden ist, hat sich hingegen nicht erfüllt. "Es gab auch niemals eine Grundlage dafür", sagte Robert McNaught zu SPIEGEL ONLINE. Dennoch sorgt die Leuchterscheinung in der südlichen Hemisphäre für einigen Wirbel.

"Light entertainment" vom Kometen

"Gigantischer Komet erhellt den Himmel", schrieb die Zeitung "The Australian". "Comet McNaught lässt seinen Schweif funkeln", dichtete der "Daily Telegraph", ebenfalls aus Australien. Mehrere Lokalzeitungen in Neuseeland witzelten "Comet offers light entertainment" - das kann ebenso leichte Unterhaltung wie Lichtspektakel bedeuten. Auch in Südamerika und Südafrika sorgte die Erscheinung unter Astronomie-Fans für durchwachte Nächte.

"Es fühlt sich schon komisch an, den eigenen Namen dauernd im Rundfunk zu hören", sagte McNaught. "Einige Leute mit meinem Familiennamen - keiner davon ein direkter Verwandter - haben mich schon kontaktiert." Die meisten kämen aus Großbritannien, Australien und den USA und seien "ziemlich stolz", dass der Träger ihres Familiennamens über den Himmel rausche.

"Ein Kopf größer als der Mount Everest und ein Schweif, der sich 30 Millionen Kilometer ins Weltall erstreckt", schwärmte die Australien-Korrespondentin der Londoner Zeitung "The Times". Sie berichtete auch, dass die helle Erscheinung im benachbarten Neuseeland für Aufregung unter Astronomie-Unkundigen gesorgt habe: In der Hauptstadt Auckland seien Notrufe eingegangen, nachdem McNaught-Beobachter den Kometen für ein abstürzendes Flugzeug gehalten hatten.

Der schottische Astronom McNaught, der am Siding-Spring-Observatory der Australian National University arbeitet, hatte C/2006 P1 im August entdeckt. Der Komet hat einen Durchmesser von rund zehn Kilometern. Er näherte sich Mitte Januar der Sonne auf 25 Millionen Kilometer und zieht mit einer Geschwindigkeit von mehr als 100 Kilometern in der Sekunde an der Erde vorbei. In Mitteleuropa war er vor zwei Wochen vor allem in der Morgendämmerung zu sehen.

Auch viele SPIEGEL-ONLINE-Leser haben die seltene Erscheinung fotografiert. E-Mails aus Deutschland, Österreich und der Schweiz erreichten die Redaktion. Aber auch aus England und Norwegen, Chile und Südafrika schickten Leser Fotos. Eine Auswahl der schönsten Schnappschüsse zeigen wir in unserer Bildergalerie.

stx/dpa

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