Leuchtphänomen Saturn zeigt seine Polarlicht-Show im Doppelpack

Spektakuläre Leuchterscheinungen, gleich an beiden Polen des Saturn: Mit dem Weltraumteleskop "Hubble" haben Forscher den Ringplaneten so fotografiert, wie er nur selten zu sehen ist. Dabei fanden sie Unregelmäßigkeiten im Magnetfeld des Gasriesen.

NASA/ESA/Jonathan Nichols

Geisterhafte Schleier wabern um die Pole des Saturns. Zum ersten Mal entdeckt hatte sie die Nasa-Sonde "Cassini" 2005. Seither haben Forscher immer wieder versucht, die faszinierenden Licht-Phänomene auf Bildern einzufangen. Erst vor kurzem ist es ihnen gelungen, die Aurora auf dem Ringplaneten im sogar im sichtbaren Bereich zu filmen.

Jetzt liefert "Hubble" neue Aufnahmen der Polarlichter auf dem Saturn. Dabei nutzte das Weltraumteleskop eine seltene Gelegenheit: Vergangenes Jahr konnte es fast genau auf die Kante der markanten Saturnringe blicken - und deshalb beide Pole gleichzeitig einfangen. Den Experten vom europäischen "Hubble"-Informationszentrum in Garching zufolge steht der Saturn nur alle 15 Jahre so, dass dieser Blickwinkel überhaupt zustande kommen kann.

Und weil das Glück selten allein kommt, freuten sich die Forscher über einen weiteren Umstand: Zur Aufnahmezeit herrschte auf dem majestätischen Ringplaneten Tag- und Nachtgleiche. Daher wurden beide Pole von der Sonne gleichmäßig beschienen.

Die "Hubble"-Bilder böten die seltenen Gelegenheit, die nahezu symmetrischen Nord- und Südpolarlichter zu untersuchen, so die Wissenschaftler. Aus den jetzt veröffentlichten Aufnahmen des Weltraumteleskops von Anfang 2009 entstand sogar ein Film, der die flackernden Polarlichter auf dem Ringplaneten zeigt.

Das Leuchtphänomen ist vergleichbar mit den spektakulären Polarlichtern auf der Erde (siehe Fotostrecke links). Es kommt dadurch zustande, dass geladene Teilchen aus der Magnetosphäre des Planeten mit Molekülen der Atmosphäre in Kontakt treten.

Feine Differenzen zwischen den sonst symmetrischen Nord- und Südpolarlichtern auf dem Saturn haben die Astronomen bereits entdeckt. Sie sind offenbar ein Beleg für Unterschiede im Magnetfeld, das im Norden des Ringplaneten leicht ungleichmäßig und etwas stärker zu sein scheint als im Süden.

cib/dpa



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ykarsunke 12.02.2010
1. geometrie
Zitat von sysopSpektakuläre Leuchterscheinungen, gleich an beiden Polen des Saturn: Mit dem Weltraumteleskop "Hubble" haben Forscher den Ringplaneten so fotografiert, wie er nur selten zu sehen ist. Dabei fanden sie Unregelmäßigkeiten im Magnetfeld des Gasriesen. http://www.spiegel.de/wissenschaft/weltall/0,1518,677291,00.html
da die entfernung sonne-erde vom saturn aus gesehen eher gering ist, blickt man von der sonne aus genau dann senkrecht auf saturns aequator, wenn dies auch von der erde aus der fall ist. nicht gluecklicher zufall, sondern simple geometrie ist also der grund dafuer, dass auf dem saturn tag- und nachtgleiche herrscht, wenn wir senkrecht auf seinen aequator blicken.
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