Licht der Erde Wie sich Leben auf fremden Planeten verrät

Woran wäre Leben auf fernen Planeten erkennbar? Forscher haben diese Frage jetzt mit Hilfe des Mondes zumindest zum Teil beantwortet. Der Trabant reflektiert Licht von der Erde - und verrät den Astronomen dadurch, wonach sie suchen müssen.

ESO / B. Tafreshi / TWAN

London/Garching - Mit einem der größten Teleskope der Welt haben Astronomen Leben nachgewiesen - auf der Erde. Was zunächst absurd klingt, soll der Suche nach einfachem extraterrestrischem Leben auf fernen Planeten dienen, wie die Europäische Südsternwarte (Eso) am Mittwoch in Garching bei München erläuterte. Im britischen Fachblatt "Nature" stellen die Forscher um Eso-Astronom Michael Sterzik ein Verfahren vor, mit dem sich Lebenszeichen aus dem Licht herauslesen lassen, das von Planeten wie der Erde reflektiert wird.

Um ihre Methode zu testen, nahmen die Forscher mit dem Very Large Telescope (VLT) der Eso den Mond ins Visier. "Ein Teil des Sonnenlichts, mit dem die Erde beleuchtet wird, wird ins Weltall reflektiert und trifft auf den Mond", erklärt Sterzik. "Die Mondoberfläche wirkt dann wie ein riesiger Spiegel, der das Licht wieder zurück in unsere Richtung wirft. Dieses schwache Licht haben wir mit dem VLT untersucht."

In diesem sogenannten Erdschein fahndeten die Forscher nach den Fingerabdrücken des Lebens, etwa in Form charakteristischer Häufigkeiten bestimmter Gase in der Atmosphäre. Dabei haben die Astronomen zwei Methoden kombiniert: die Analyse der Spektralfarben des reflektierten Erdlichts und die seiner Schwingungsebene, der sogenannten Polarisation. Mit dieser Spektropolarimetrie seien die Biosignaturen deutlich nachzuweisen gewesen, berichtet die Eso.

"Wir haben einen Trick angewendet - die Beobachtung des aschfahlen Mondlichts - um die Erde so zu untersuchen, wie wir Exoplaneten untersuchen würden", erläuterte Sterzik. "Die Spektropolarimetrie könnte uns eines Tages verraten, ob einfaches, auf Photosynthese basierendes pflanzliches Leben auch noch irgendwo anders im Universum entstanden ist."

Dass die Untersuchung des Licht-Fingerabdrucks fremder Welten funktionieren würde, hatten Forscher schon 2006 demonstriert. Die Nasa hatte die Sensoren einer Mars-Sonde auf den Mond gerichtet, um von der Erde reflektiertes Licht aufzufangen. Lisa Kaltenegger, damals am Harvard-Smithsonian Center for Astrophysics und mittlerweile am Heidelberger Max-Planck-Institut für Astronomie beschäftigt, hatte mit ihren Kollegen eine Spektralanalyse des Lichts durchgeführt. "Als Spektrum eines extrasolaren Planeten interpretiert, würden wir zuversichtlich folgern, dass es ein bewohnbarer Planet ist", schrieben die Forscher damals im "Astrophysical Journal" (Bd. 644, S. 551).

mbe/dpa

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Ursprung 01.03.2012
1. Angstsehnsucht
Zitat von sysopESO / B. Tafreshi / TWAN Woran wäre Leben auf fernen Planeten erkennbar? Forscher haben diese Frage jetzt mit Hilfe des Mondes zumindest zum Teil beantwortet. Der Trabant reflektiert Licht von der Erde - und verrät den Astronomen dadurch, wonach sie suchen müssen. http://www.spiegel.de/wissenschaft/weltall/0,1518,818496,00.html
Die Angstsehnsucht vor dem Alleinsein in der Welt hat nach meiner Spekulation die Ursache in der Altsteinzeit. Da waren wir so wenige, dass es fraglich schien, ob der Mensch ueberhaupt ueberleben koennte aber wir hatten wohl schon das gleiche Gehirn wie heute. Diese Fraglichkeit unserer Ueberlebenschance ist aber geblieben, trotz grosser Anzahl oder gerade deswegen. Die heutige Suche nach anderen Wesen im All oder auch nur Algen ist rationell nur mit steinzeitlichen Gefuehlsaufwallungen erklaerbar. Denn hinkommen oder es auch nur herausfinden, koennen wir binnen Menschenlebenzeiten nie: es liegen die Lichtjahre der Informationsreisezeit dazwischen, von Materietransport ganz zu schweigen. Hier von den anderen kann nur deren Historie, von uns bei denen in fernen Jahrtausenden Kunde von uns ankommen, wenn wir schon lange ausgestorben sein werden. Es geht wirklich nur um Gefuehle, nicht um Kognition bei diesem Thema.
sample-d 01.03.2012
2. ||||
Zitat von UrsprungDie Angstsehnsucht vor dem Alleinsein in der Welt hat nach meiner Spekulation die Ursache in der Altsteinzeit. Da waren wir so wenige, dass es fraglich schien, ob der Mensch ueberhaupt ueberleben koennte aber wir hatten wohl schon das gleiche Gehirn wie heute. Diese Fraglichkeit unserer Ueberlebenschance ist aber geblieben, trotz grosser Anzahl oder gerade deswegen. Die heutige Suche nach anderen Wesen im All oder auch nur Algen ist rationell nur mit steinzeitlichen Gefuehlsaufwallungen erklaerbar. Denn hinkommen oder es auch nur herausfinden, koennen wir binnen Menschenlebenzeiten nie: es liegen die Lichtjahre der Informationsreisezeit dazwischen, von Materietransport ganz zu schweigen. Hier von den anderen kann nur deren Historie, von uns bei denen in fernen Jahrtausenden Kunde von uns ankommen, wenn wir schon lange ausgestorben sein werden. Es geht wirklich nur um Gefuehle, nicht um Kognition bei diesem Thema.
ach - die Frage wie das Leben entstanden ist, ob das Universum inhärent die Entstehung von Leben fördert, welche anderen Formen des Lebens es noch geben könnte - das interessiert uns nur aus Gefühlsduselei ? Würden wir uns denn weniger alleine fühlen, wenn auf dem Mars Algen wachsen würden ?
Frederik72 01.03.2012
3. Absurd
Zitat von UrsprungDie Angstsehnsucht vor dem Alleinsein in der Welt hat nach meiner Spekulation die Ursache in der Altsteinzeit. Da waren wir so wenige, dass es fraglich schien, ob der Mensch ueberhaupt ueberleben koennte aber wir hatten wohl schon das gleiche Gehirn wie heute. Diese Fraglichkeit unserer Ueberlebenschance ist aber geblieben, trotz grosser Anzahl oder gerade deswegen. Die heutige Suche nach anderen Wesen im All oder auch nur Algen ist rationell nur mit steinzeitlichen Gefuehlsaufwallungen erklaerbar. Denn hinkommen oder es auch nur herausfinden, koennen wir binnen Menschenlebenzeiten nie: es liegen die Lichtjahre der Informationsreisezeit dazwischen, von Materietransport ganz zu schweigen. Hier von den anderen kann nur deren Historie, von uns bei denen in fernen Jahrtausenden Kunde von uns ankommen, wenn wir schon lange ausgestorben sein werden. Es geht wirklich nur um Gefuehle, nicht um Kognition bei diesem Thema.
Die Frage ob und wenn ja welcher Art von Leben auf anderen Planeten oder in der Tiefsee oder im Dschungel existieren, besteht doch nicht der Angst des Alleineseins wegen. Vielleicht ist das bei ihnen so, kann ja sein... bei mir ist es die Neugierde. Dass ich nicht hinreisen kann ist egal. Ich werde in meinem Leben auch nicht in die Antarktis reisen. Trotzdem bin ich gespannt darauf ob man in den Seen noch Leben findet.
Tolotos 01.03.2012
4. Intelligente Zivilisationen brauchen keine Überlichtgeschwindigkeit!
Zitat von UrsprungDie Angstsehnsucht vor dem Alleinsein in der Welt hat nach meiner Spekulation die Ursache in der Altsteinzeit. Da waren wir so wenige, dass es fraglich schien, ob der Mensch ueberhaupt ueberleben koennte aber wir hatten wohl schon das gleiche Gehirn wie heute. Diese Fraglichkeit unserer Ueberlebenschance ist aber geblieben, trotz grosser Anzahl oder gerade deswegen. Die heutige Suche nach anderen Wesen im All oder auch nur Algen ist rationell nur mit steinzeitlichen Gefuehlsaufwallungen erklaerbar. Denn hinkommen oder es auch nur herausfinden, koennen wir binnen Menschenlebenzeiten nie: es liegen die Lichtjahre der Informationsreisezeit dazwischen, von Materietransport ganz zu schweigen. Hier von den anderen kann nur deren Historie, von uns bei denen in fernen Jahrtausenden Kunde von uns ankommen, wenn wir schon lange ausgestorben sein werden. Es geht wirklich nur um Gefuehle, nicht um Kognition bei diesem Thema.
Wir in absehbare Zeit wohl nicht, da würde ich Ihnen Recht geben. Aber wenn intelligentes Leben außerhalb der Erde existiert, dann wird es sich wohl nicht ausschließlich um Lebensformen handeln, deren gesellschaftliche Aktivität überwiegend durch die Befriedigung der Gier einiger Individuen angetrieben wird. Sollte es anderes intelligentes Leben in wenigstelligen Lichtjahren Entfernung geben, dann wären wir vermutlich die Hinterwäldler. Eine Zivilisation, die weit genug entwickelt wäre, um auch als Gesellschaft intelligent zu handeln, sollte fähig sein in Zeiträumen planvoll zu handeln, die unabhängig von der Lebensspanne ihrer Individuen sind. Das ist Unsinn! Es mag sein, dass es Sie nicht interessiert, aber wenn es funktionieren würde, dann gäbe es zum erstem Mal die Möglichkeit, eine auf Fakten statt Vorurteilen beruhende Vorstellung darüber zu bekommen, wie verbreitet oder selten Leben im Universum überhaupt ist. PS: Der Urknall ist noch viel schwerer zu besuchen, als fremde Planeten in unserer Zeit! :-)
Ursprung 02.03.2012
5. Gefuehlsduselei
Zitat von sample-dach - die Frage wie das Leben entstanden ist, ob das Universum inhärent die Entstehung von Leben fördert, welche anderen Formen des Lebens es noch geben könnte - das interessiert uns nur aus Gefühlsduselei ? Würden wir uns denn weniger alleine fühlen, wenn auf dem Mars Algen wachsen würden ?
Was ist denn Neugier anderes als ein Gefuehl? Ja, wuechsen auf dem Mars Algen (allenfalls haetten die das vor Aeonen getan und wir faenden bestenfalls deren Fossilien), empfaenden wir auch nur wieder ein Gefuehl. Weil unsere Kognition, die ausschliesslich der Befriedigung unserer Gefuehle dient, uns dann annehmen liesse, das wir wohl nicht allein im Universum sind. Wo Algen sind, koennte ja auch mehr sein, wenn wir mal um uns gucken. Nur hin kaemen wir immer noch nicht, wo das andere Leben waere und die nicht zu uns. Sagt leider unsere Kognition. Weil wir halt nicht Zeitreisen koennen, um auch nur ein einziges Lichtjahr mit Materie als Distanz zu ueberbruecken. Nur: wenn ueberhaupt irgendwo auch nur einigermassen vergleichbares Leben herrscht oder besser herrschte: es muss mindestens tausende Lichtjahre weg sein und deshalb koennten wir von denen oder die von uns gar nichts bekommen. Ausser Kunde vielleicht, die dann aber Jahrtausende alt waere. Also was soll das Ganze? Nichts als steinzeitliche Gefuehlduselei, sagte ich schon.
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