Licht-Phänomen Polarlicht umhüllt Saturnpole

Geisterhafte Schleier wabern um den Nord- und Südpol des Saturns. Neue Ultraviolett-Aufnahmen der Raumsonde "Cassini" zeigen nun, was hinter den rätselhaften Leuchterscheinungen auf dem zweitgrößten Planeten unseres Sonnensystems steckt.


Leuchtende Schleier: Ultraviolett-Fotos der Saturn-Aurora
AP/ NASA

Leuchtende Schleier: Ultraviolett-Fotos der Saturn-Aurora

Die Bilder, die ein Ultraviolett-Spektrometer der Nasa-Sonde "Cassini" am 21. Juni aufgenommen hat, zeigen Leuchterscheinungen am Himmel über den Saturnpolen, die den Nordlichtern auf der Erde verblüffend ähneln. Larry Esposito von der University of Colorado at Boulder und Wayne Pryor vom Central Arizona College haben die Aufnahmen der Polarlichter ausgewertet. Auf vorherigen Fotos, die näher am Äquator des Saturns geschossen worden waren, hatten die Forscher die Auroren nicht entdeckt.

In der Falschfarbendarstellung steht das Blau für gasförmigen Wasserstoff, der unter Elektronenbeschuss geraten ist, Rot-Orange für reflektiertes Sonnenlicht. Die Elektronen stammen vermutlich vom Sonnenwind, der auch auf der Erde die Polarlichter verursacht.

Trifft der Strom von Protonen und Elektronen, der von der Sonne ins Weltall fließt, auf die Erdatmosphäre, regen die geladenen Teilchen die Luftmoleküle zum Leuchten an. Die Leuchtkraft und Dauer der Erscheinung hängt dabei von der Stärke des Sonnewinds ab.

Auch auf dem Saturn spielt die Intensität des Winds eine große Rolle: Die Bilder zeigen, dass die Aurora-Lichter in der Polarregion auf die Änderungen des Sonnenwinds reagieren.

Denn die Saturn-Aurora verändert sich schnell: Im Vergleich zweier Bilder, zwischen denen eine Stunde vergangen ist, sind auffällige Veränderungen zu erkennen. Der hellste Punkt in der linken Aurora verblasst, und auf dem zweiten Bild erscheint dafür ein leuchtender Punkt in der Mitte.

Da das UV-Spektrometer von "Cassini" den Planeten extrem langsam abgetastet hat, liegen den Forschern nun in jedem Bildelement noch über 2000 Wellenlängen spektraler Informationen vor. In den nächsten Monaten wollen sie diese Daten weiter auswerten und damit mehr über die Gase und den Dunst der rätselhaften Saturn-Auroren erfahren.



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