Kosmisches Spektakel: Der Venus-Transit live bei SPIEGEL ONLINE

Heute Nacht gibt es am Himmel ein astronomisches Jahrhundertereignis zu bewundern: Die Venus schiebt sich vor die Sonne. Über Deutschland wird der Venus-Transit allerdings kaum zu sehen sein. Verfolgen Sie das Spektakel ab Mitternacht bei SPIEGEL ONLINE im Livestream aus den USA.

Venus-Transit: In Deutschland von dichten Wolken versperrt Zur Großansicht
Jan Herold

Venus-Transit: In Deutschland von dichten Wolken versperrt

Hamburg - Astronomen auf der ganzen Welt fiebern einem seltenen kosmischen Spektakel entgegen. In der Nacht auf Mittwoch schiebt sich der Planet Venus vor die Sonne. Der nächste sogenannte Venus-Transit wird sich erst 2117 wieder ereignen. In Deutschland könnte das Himmelsspektakel nach Angaben des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt zwischen 4.40 Uhr und 6.55 Uhr zu sehen sein.

Niemals darf man allerdings mit ungeschützten Augen oder gar durch Feldstecher oder Teleskop in die Sonne blicken, sonst drohen schwere Augenschäden bis hin zur Erblindung. Am einfachsten lässt sich das Himmelsschauspiel mit einer Sonnenfinsternis-Brille verfolgen, gewöhnliche Sonnenbrillen bieten hingegen keinen ausreichenden Schutz.

Allerdings dürfte der Blick auf die Sonne in weiten Teilen des Landes von dichten Wolken versperrt sein, wie der Deutsche Wetterdienst mitteilte. Und selbst bei klarem Himmel wird man hierzulande nur das Ende des Transits sehen können - der Anfang findet statt, bevor die Sonne über Europa aufgegangen ist.

Auf SPIEGEL ONLINE können Sie das astronomische Jahrhundertereignis dennoch verfolgen: Ab Mitternacht deutscher Zeit beginnt die Live-Übertragung der Nasa.

An der Ostküste der USA beginnt der sechsstündige Transit am Dienstag um 18 Uhr und dürfte bei guten Witterungsverhältnissen bis zum Sonnenuntergang zu sehen sein. In Australien und Ostasien kann das gesamte Spektakel beobachtet werden, da sich die Venus tagsüber vor die Sonne schiebt.

Der Venus-Transit hatte großen Einfluss auf die Wissenschaftsgeschichte: Der britische Seefahrer James Cook hatte das Phänomen 1769 genutzt, um den Abstand der Erde zur Sonne zu berechnen. Im 18. und 19. Jahrhundert wurden Hunderte Expeditionen ausgerüstet, um das seltene kosmische Schattenspiel zu beobachten, denn daraus ließ sich die Entfernung der Sonne berechnen. Von verschiedenen Punkten auf der Erde aus gesehen schiebt sich die Venus durch den etwas anderen Blickwinkel zu leicht unterschiedlichen Zeiten vor die Sonne, und aus der Geometrie ergibt sich die Distanz.

Heute nutzen die Astronomen für ihre Untersuchungen Atomuhren, GPS-Geräte und hochauflösende Teleskope. Bei dem Ereignis am Mittwoch handelt es sich um den siebten sichtbaren Venus-Transit, seit der deutsche Astronom Johannes Kepler das Phänomen im 17. Jahrhundert zum ersten Mal voraussagte.

Ein Venus-Transit gleicht einer Mini-Sonnenfinsternis. Die Venus ist der innere Nachbarplanet der Erde und überholt uns regelmäßig auf der Innenbahn. Meist zieht sie dabei am irdischen Himmel allerdings ober- oder unterhalb der Sonne vorbei. Nur sehr selten stehen Erde, Venus und Sonne so exakt in einer Reihe, dass die Venus genau über die Sonnenscheibe wandert. Während eines solchen Venus-Transits verdeckt unser Nachbarplanet dann für ein paar Stunden einen winzigen Teil der Sonne.

boj/dpa/dapd

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insgesamt 29 Beiträge
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1.
günter1934 05.06.2012
Den Venustransit von 2004 konnte man wunderbar beobachten, weil er morgens zwischen 9 und 11 Uhr stattfand. Ausserdem hatten wir in Südfrankreich wolkenfreien Himmel. Genauso war es mit dem Merkurtransit 2003. Da habe ich den Merkur zum 2. Mal gesehen. Das erste Mal war es bei der Sonnenfinsternis 1999!
2. Beobachtung
crigs 05.06.2012
Falls Sie wirklich den Venustransit mit einem Filterglas beobachten wollen, dann merken Sie sich folgendes: Ist der Anstellwinkel des Filters 90 Grad zur Blickrichtung, dann ist in vielen Fällen nichts beobachtbar. Durch Verstellen des Anstellwinkel des Filters, gelingt es die Stelle zu finden, bei der die Venus deutlich zu erkennen ist. Beträgt der Anstellwinkel Null Grad, dann werden Sie von der Sonne voll geblendet. Mit den Verstellen des Anstellwinkels verändern Sie die Weglänge des Lichtes durch den Filter. Der Filtergrad verändert sich dementsprechend. Nun wünsch ich jedem Betrachter viel Glück. Crigs
3. Komisch ist nur die Überschrift...
panatlantica 05.06.2012
Warum ist der Venus-Transit ein "komisches Spektakel"? Es ist ein ganz normaler Vorgang - komisch ist daran nicht wirklich etwas... höchstens selten.
4. weißes Blatt Papier ...
wulfr 05.06.2012
als Projektionsfläche und Lochblende (Loch mit Nadel oder Reißzwecke) aus einem lichtunduchlässigem Karton funktioniert auch ganz gut. Der Vorteil ist, dass man sich dass so zu mehreren Personen anschauen kann und auch mal z.B. mit dem Finger auf die kleine dunkjle Scheibe zeigen kann. Je weiter die Blende vom Papier umso größer und dunkler wird die Sonne samt Venus sein. Je kleiner die Lochblende um so dunkler und schärfer ist das Bild. Für einen Sonnendruchmesser von 5-10 cm auf dem Papier könnte es reichen.
5.
günter1934 05.06.2012
Zitat von panatlanticaWarum ist der Venus-Transit ein "komisches Spektakel"? Es ist ein ganz normaler Vorgang - komisch ist daran nicht wirklich etwas... höchstens selten.
Meinen Sie komisch oder kosmisch?
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