Suche nach Rohstoffen Luxemburg gründet Weltraum-Agentur

In dieser Woche beginnt die neu gegründete Weltraum-Agentur in Luxemburg mit der Arbeit. Es geht auch um ein potenziell lukratives Geschäft: den Abbau von Rohstoffen im All.

Asteroiden-Entstehung (künstlerische Darstellung, Archiv)
AFP/ NASA/ JPL-Caltech

Asteroiden-Entstehung (künstlerische Darstellung, Archiv)


Das Großherzogtum Luxemburg will eine führende Rolle bei der wirtschaftlichen Nutzung des Weltraums einnehmen und gründet dazu eine eigene Weltraumagentur.

Die Luxembourg Space Agency (LSA) startet am Mittwoch. Die Agentur wird mit staatlichen Mitteln private Unternehmen bei Weltraum-Forschungsprojekten fördern. "Sie wird auch Kompetenzen und Talente fördern. Wir wollen schlaue Köpfe nach Luxemburg holen", sagte der Sprecher des luxemburgischen Wirtschaftsministeriums, Paul Zenner.

Die Weltraumagentur soll sich auch um das Vorhaben des Bergbaus auf Asteroiden im Weltall kümmern. 2016 war das Projekt "Space Resources" gegründet worden. Dabei geht es vorerst darum, im All gewonnene Rohstoffe wie Wasserstoff und Sauerstoff für Raumfahrzeuge und eine "neue Weltraumindustrie" zu nutzen. Nach Ansicht von Experten schlummern Rohstoffe im Milliardenwert in Gesteinen im Weltraum.

Rechtlicher Rahmen für Abbau geschaffen

Luxemburg hatte Mitte 2017 als bisher einziges Land in Europa per Gesetz einen rechtlichen Rahmen für den möglichen Abbau von Rohstoffen auf Asteroiden im Weltraum festgelegt. Zahlreiche Firmen haben sich bereits in Luxemburg mit Europa-Zentralen niedergelassen.

Das Gesetz ist allerdings umstritten. Im Weltraumvertrag der Uno steht, dass sich kein Land die Rechte an fremden Himmelskörpern sichern darf. Das sei jedoch gar nicht der Plan, argumentiert Luxemburg. Ein Fischer, der Fische aus dem Meer ziehe, sei schließlich auch nicht der Besitzer des Ozeans. Auch die USA haben den Abbau von Rohstoffen im All bereits gesetzlich geregelt.

Der erste Billionär der Weltgeschichte

Bisher werden etwa zwei Prozent des luxemburgischen Bruttoinlandsprodukts mit Weltraumaktivitäten erwirtschaftet - ein nach Mitteilung des Wirtschaftsministeriums vergleichsweise hoher Wert. Mit staatlicher Förderung war 1985 die Satellitengesellschaft SES gegründet worden, heute der größte kommerzielle Satellitenbetreiber der Welt.

Luxemburgs Premierminister Xavier Bettel teilte 2016 mit Blick auf die nun gegründete Weltraumagentur mit, man wolle "eine globale Führungsrolle bei der nachhaltigen Nutzung von Weltraumressourcen übernehmen" und habe "den Ehrgeiz, zu den zehn wichtigsten Raumfahrtnationen zu gehören". Der US-Astrophysiker Neil deGrasse Tyson geht davon aus, dass der erste Billionär der Weltgeschichte derjenige sein wird, der den Rohstoffabbau auf Asteroiden startet.

jme/dpa



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