Satellitenbild der Woche Madagaskars Herz blutet

Der Fluss Betsiboka auf Madagaskar trägt nach Regenfällen Schlammmassen ins Meer und färbt sich rot, zeigt das Foto eines Astronauten. Dahinter steckt eine traurige Geschichte.

Das Flussdelta des Betsiboka

Das Flussdelta des Betsiboka


"Madagaskar blutet", sagen Astronauten, wenn sie das Delta des Flusses Betsiboka auf Madagaskar aus dem All beobachten. Wo der Fluss ins Meer mündet, vermischt sich rotbraunes mit blauem Wasser. Schuld daran ist Schlamm, der den Fluss einfärbt.

Früher war das Gebiet noch mit Wald bedeckt. Die Wurzeln der Pflanzen hielten die Erde zusammen und schützten den Boden vor Erosion. Doch über Jahrzehnte wurde Brandrodung betrieben, der Wald hat sich zu einer Savanne gewandelt. Wenn der Fluss Betsiboka nun über die Ufer tritt, reißt er mineralhaltige Schlammmassen mit sich.

Früher konnten noch Seeschiffe auf dem Betsiboka fahren. Heute ist das nicht mehr möglich, weil sich im Mündungsdelta zu viel Schlamm abgesetzt hat. Zudem ändert der angeschwemmte Schlamm ständig die Küstenlandschaft - Flussbänke entstehen und werden wieder weggespült.

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Satellitenbild der Woche: Schnappschüsse aus dem All

Der Fluss entspringt nahe Antananarivo, der Hauptstadt Madagaskars. Das Wasser fließt von dort 525 Kilometer bis zur Mündung. Die Insel ist bekannt für ihre Artenvielfalt - etwa 85 Prozent der Tier- und Pflanzenarten sind endemisch, sie kommen nur dort vor.

ISS über Deutschland

Das Bild des Flussdeltas des Betsiboka hat der Astronaut Richard Arnold von der Internationalen Raumstation ISS aus gemacht und Anfang Juli auf Twitter gepostet. Dazu schreibt er: "Das Herz Madagaskars fließt ins Meer."

Arnold ist seit März 2018 auf der ISS und damit schon einige Zeit länger als der deutsche Astronaut Alexander Gerst. Wie einige andere ISS-Astronauten postet er auf seinem Twitter-Account regelmäßig Bilder aus dem All. Das Flussdelta des Betsiboka ist unter Astronauten ein beliebtes Fotomotiv, 2017 hatte es schon der russische Kosmonaut Sergej Ryazanskij von der ISS aus fotografiert.

Derzeit ist die ISS über Deutschland sichtbar. Die Website Heavens Above zeigt an, zu welcher Uhrzeit sie zu erkennen ist - in den kommenden Tagen meist zwischen 23 und 2 Uhr. Die ISS zieht dann innerhalb weniger Minuten von West nach Ost über den Himmel. Auch mit bloßem Auge ist sie gut zu sehen, da sie heller leuchtet als die hellsten Sterne.

lpu

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