Manöver im All: Raumstation umschifft Weltraumschrott

Triebwerke drei Minuten gezündet, 700 Meter höher geflogen: Weil sich die Trümmer eines ausrangierten Satelliten näherten, musste die Internationale Raumstation ausweichen. Die Astronauten haben sich bei ihrer Arbeit von dem Manöver nicht stören lassen.

Raumstation ISS (Mai 2010): Schrott im Weg Zur Großansicht
REUTERS / NASA

Raumstation ISS (Mai 2010): Schrott im Weg

Moskau - Die Internationale Raumstation (ISS) ist am Dienstag erfolgreich Weltraumschrott ausgewichen. Mit der Zündung von Schubdüsen wurde die ISS mit ihrer sechsköpfigen Besatzung in eine sichere Position gebracht, die nicht in der Flugbahn des Mülls lag. Bei dem Trümmerteil handelte es sich um einen früheren Forschungssatelliten der US-Weltraumbehörde Nasa.

Ohne das Manöver hätte sich das Schrottteil der Raumstation bis auf einige hundert Meter genähert. Die Wahrscheinlichkeit einer Kollision habe bei eins zu 1000 gelegen, berichtet das russische Flugleitzentrum in Koroljow bei Moskau (ZUP). Die Unsicherheit war den Experten zu groß - sie beschlossen, die ISS in Sicherheit zu bringen.

Um 12.25 Uhr deutscher Zeit seien die acht Triebwerke des automatischen Frachters "Progress M-07M" für drei Minuten gezündet worden, teilte das russische Flugleitzentrum mit. Dadurch sei die Umlaufbahn der ISS um 700 Meter angehoben worden. Die Station hat den "roten Korridor" einer möglichen Kollision verlassen, sagte Flugleiter Wladimir Solowjow.

Das Manöver sei nach Vorgaben der Nasa durchgeführt und vom ZUP und dem US-Kontrollzentrum in Houston (Texas) gemeinsam überwacht worden. Die sechsköpfige Besatzung sei derweil ihrer normalen Arbeit an Bord nachgegangen. Die Crew besteht derzeit aus drei russischen Kosmonauten und drei Astronauten aus den USA.

Die Besatzung soll frische Verpflegung bekommen: Heute soll ein unbemannter russischer Raumfrachter vom Typ "Progress" mit Ausrüstung, Nahrungsmittel, Wasser und Sauerstoff vom kasachischen Weltraumbahnhof Baikonur aus zur ISS starten. Die Ankunft rund 350 Kilometer über der Erde ist für Samstagabend geplant.

boj/dpa/dapd

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