Roter Planet 20 Dollar das Kilo - Forscher verkaufen Marsboden

Sie suchen ein Geschenk für jemanden, der schon alles hat? Forscher produzieren in großen Mengen Marsboden, der dem echten Material nachempfunden ist. Als Blumenerde taugt er allerdings nicht.

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AFP PHOTO/ISRO

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Selbst hartgesottene Bakterien haben im Marsboden keine Chance: Die Sedimente auf dem Roten Planeten enthalten chemische Verbindungen, die auf die allermeisten bekannten Organismen toxisch wirken. Trotzdem stellen Forscher der University of Central Florida das lebensfeindliche Gemisch her und verkaufen es - für 20 Dollar pro Kilogramm, zuzüglich Versandkosten. Als Blumenerde taugt sie aber nicht.

Was nach Scherz klingt, hat einen wissenschaftlichen Hintergrund. "Wenn wir zum Mars wollen, werden wir Essen, Wasser und andere wichtige Dinge brauchen", erklärt Physiker Dan Britt. Der Marsboden biete Forschern die Möglichkeit, schon auf der Erde zu testen, welche Pflanzen und Tiere unter welchen Bedingungen auf unserem Nachbarplaneten überleben können.

"Stellen Sie sich vor, Sie sind auf dem Mars und finden heraus, dass die Methode, die sie sich ausgedacht haben, nicht funktioniert. Was wollen Sie dann machen? Eine Marsmission dauert Jahre", sagt Britt.

Jedes Team rührt seinen eigenen Boden

Gemeinsam mit anderen Forschern hat er ein Verfahren entwickelt, mit dem sich der Untergrund vom Mars oder Asteroiden nachbauen lässt. Das Rezept für den Marsboden lieferte der Rover "Curiosity". Schon in der Vergangenheit hatten Forscher mit künstlichem Marsboden experimentiert und beispielsweise gezeigt, dass Regenwürmer unter bestimmten Bedingungen in dem Sediment überleben können.

Bisher habe aber jedes Forscherteam seinen eigenen Marsboden hergestellt, so die Forscher aus Florida. Dadurch seien die Ergebnisse nicht unbedingt vergleichbar. Ihr Marsboden könnte nun den benötigten Standard setzen.

Dieses Video zeigt, wie die Forscher den Marsboden herstellen:

"Wir können verschiedene Bodenarten herstellen, die auf dem Mars vorkommen", sagt Kevin Cannon, der ebenfalls an dem Projekt mitarbeitet. Die nötigen Zutaten finden sich auf der Erde, einige seien allerdings deutlich seltener als auf dem Mars. Die Forscher glauben an ihre Geschäftsidee. Das Kennedy Space Center habe bereits eine halbe Tonne Marsboden bestellt.

Ohnehin ist der Marsboden aus Florida deutlich günstiger als das Original. Marsgestein ist auf der Erde extrem selten und findet sich allenfalls in Marsmeteoriten. Es dürfte Jahre dauern, bis eine Marsmission Gesteinsproben zur Erde bringt - und das Projekt wäre extrem teuer. Marsmissionen kosten schnell mehrere Milliarden Dollar.

koe



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