Roter Planet: Meteoritenkrater offenbart Mars-Grundwassernetz

McLaughlin-Krater auf dem Mars: Tonmineralien deuten auf Grundwassersystem hin Zur Großansicht
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McLaughlin-Krater auf dem Mars: Tonmineralien deuten auf Grundwassersystem hin

Der Mars ist ein toter Planet. Doch das muss nicht immer so gewesen sein: Forscher haben jetzt Spuren eines früheren Grundwassersystems knapp unter der Oberfläche gefunden. Es könnte sogar Leben ermöglicht haben.

London - Auf dem Mars könnte es früher ein ausgedehntes Grundwassernetz gegeben haben. Das schließen Forscher um Joseph Michalski vom Londoner Naturkundemuseum aus der Geologie des Roten Planeten sowie aus Messungen von Marssonden. Ein solches Grundwassersystem könne sogar einmal Bedingungen für Leben geboten haben, schreiben sie im Fachblatt "Nature Geoscience".

Als sich das Leben auf der Erde entwickelte, war die Marsoberfläche bereits unbewohnbar. Doch unter der Oberfläche des Roten Planeten könnte es vor Mikroben gewimmelt haben, argumentieren die Forscher. Sie identifizierten mehrere Zonen, die Wasser geführt haben könnten. Die oberflächennächste davon komme als Ort für vergangenes Leben in Frage.

Im McLaughlin-Krater, einem der tiefsten Bassins der Marsoberfläche, habe die Raumsonde "Mars Reconnaissance Orbiter" Hinweise auf eisen- und magnesiumhaltige Tonmineralien gefunden, die untypisch für die übliche Marsumwelt seien und durch eine Grundwasserausbruch entstanden sein könnten. Weitere Beobachtungen weisen nach Angaben der Wissenschaftler auf einen ehemaligen grundwassergespeisten See im Krater hin.

Hinweise auf solche möglichen Grundwasserausbrüche seien selten auf dem Mars. Der McLaughlin-Krater sei deshalb ein lohnendes Ziel für eine künftige Marsmission, meinen Michalski und seine Kollegen. Denn in den Sedimenten eines solchen Sees wären zahlreiche Informationen über ein ehemaliges Grundwassernetz und mögliche Lebewesen eingefroren.

Hinweise auf früheres Wasser auf dem Mars wurden schon mehrfach entdeckt. 2011 fand der Nasa-Rover "Opportunity" Ablagerungen von Gips. Die Forscher halten sie für den Beweis, dass an der Stelle einst Wasser plätscherte. "Curiosity" fotografierte erst kürzlich Flusskiesel. 2008 hatte die US-Sonde "Phoenix" erstmals Wassereis im Sand des Mars ausgegraben und in einem Labor verdampft.

hda/dpa

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1. auf zum Mond
meinung3000 21.01.2013
Zitat von sysopDer Mars als toter Planet. Doch das muss nicht immer so gewesen sein: Forscher haben jetzt Spuren eines früheren Grundwassersystems knapp unter der Oberfläche gefunden. Es könnte sogar Leben ermöglicht haben. Mars: Hinweise auf einstiges Grundwasser entdeckt - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/wissenschaft/weltall/mars-hinweise-auf-einstiges-grundwasser-entdeckt-a-878640.html)
was soll dann ein bemannter Marsflug, wenn es ein toter Planet ist. Bodenproben können auch von unbemannten Gerätschaften genommen werden. Viel spannender wäre doch, endlich mal unseren Mond zu untersuchen. Dort gibt es nämlich reichlich Wasser, was die Russen bereits Mitte der 70ger Jahre auch in englischer Sprache publiziert haben, die Nasa aber erst vor 3 Jahren zugegeben hat. Und wie ist in jeder wissenschaftlichen Sendung zu hören: "wo Wasser ist, ist auch Leben". Also, auf zum Mond. Vielleicht erstmals bemannt? Und bevor man Milliarden in die Suche nach Leben steckt, was vor 5 Milliarden Jahren auf dem Mars existiert haben könnte, könnte man evtl. versuchen, mit diesem Geld Millionen Tierarten auf der Erde vor dem drohenden Aussterben zu bewahren.
2. Welcher Mindestbefund ist Leben?
Ursprung 21.01.2013
Zitat von sysopDer Mars als toter Planet. Doch das muss nicht immer so gewesen sein: Forscher haben jetzt Spuren eines früheren Grundwassersystems knapp unter der Oberfläche gefunden. Es könnte sogar Leben ermöglicht haben. Mars: Hinweise auf einstiges Grundwasser entdeckt - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/wissenschaft/weltall/mars-hinweise-auf-einstiges-grundwasser-entdeckt-a-878640.html)
Warum bloss mag ein Teil der Menschen Leben auf einem anderen Planeten als so sensationell empfinden? Sensationell waere eher ein glaubhafter Rueckschluss aufgrund von irgendwas, dass "wir" das einzige Leben im Weltall seien. Mit wir meine ich unsere Biosphaere. Jedes andere Tier aus dieser ausser uns wuerde keine Sensation empfinden, jemandem von einem anderen Stern zu begegnen, fuer die waere es ganz normal, allenfalls Anlass zur Vorsicht. Aber Tiere unterliegen ja auch nie dem duemmlichen Irrtum zu glauben, sie seien die Einzigen oder die hoechst Entwickelten oder gar von einem Ueberwesen hokuspokusweise erschaffen worden. Dennoch gibt mir die Meldung erneut Anlass, darueber nachsinnen zu versuchen, was Leben eigentlich ist. Untypische Aktivitaet von Materieansammlungen? Dann waere ein Steinflussbett ja auch ein Lebewesen. Spontanes Flimmern eines Haerchens? Aha, Staub ist ein Lebewesen! Kommunikation mit anderen Materiehaeuflein oder gar Kooperation? Aha, alles, was der Schwerkraft gehorcht, ist ein Lebewesen, wie Sterne beispielsweise. Fortpflanzungsfaehigkeit? Aha, Kristalle, die sich gegenseitig als Form anstecken, sind Lebewesen, der Stalagtit bildet mit der Stalagmitin ein Lebendpaar? Es wuerde mich als nachdenklicher Laie einmal sehr interessieren, bei welchem Mindest-Befund die Nasa auf "Leben" optieren wuerde.
3. Wieso toter Planet?
limubei 21.01.2013
Wer kann denn heute sicher sein, dass es in tieferen Schichten des Marsbodens kein Leben gibt? Auf Planet Erde wurde überraschender weise ja auch Leben in sehr "lebensfeindlicher" Umgebung gefunden. Später wurde sogar theoretisiert, einzelliges Leben könnte evtl. dort in den Tiefen der Meere, durch thermale Quellen gefördert, entstanden sein.
4. Definition von Leben
limubei 21.01.2013
Zitat von UrsprungDennoch gibt mir die Meldung erneut Anlass, darueber nachsinnen zu versuchen, was Leben eigentlich ist. Untypische Aktivitaet von Materieansammlungen? Dann waere ein Steinflussbett ja auch ein Lebewesen. Spontanes Flimmern eines Haerchens? Aha, Staub ist ein Lebewesen! Kommunikation mit anderen Materiehaeuflein oder gar Kooperation? Aha, alles, was der Schwerkraft gehorcht, ist ein Lebewesen, wie Sterne beispielsweise. Fortpflanzungsfaehigkeit? Aha, Kristalle, die sich gegenseitig als Form anstecken, sind Lebewesen, der Stalagtit bildet mit der Stalagmitin ein Lebendpaar? Es wuerde mich als nachdenklicher Laie einmal sehr interessieren, bei welchem Mindest-Befund die Nasa auf "Leben" optieren wuerde.
Ich meine es gibt die Kategorien - Voraussetzungen für Leben - Bausteine für Leben - Leben im Sinne von selbst reproduzierend Höheres Leben hat Bewusstsein. Ein Bakterium hat meiner Ansicht nach bereits ein Protobewusstsein. Ein Flagellat kann sich zielorientiert fortbewegen im Medium Wasser, hin zu einer Nähstoffquelle. Kristalline Strukturen sind Strukturen, die sich unter gewissen Umständen bilden, z.B das Abkühlen einer Schmelze. Die Bewegung von Staubmäusen hat eher nicht mit Leben zu tun, auch wenn lebendige Wesen es dafür halten können ;-) Moleküle können sich unter gewissen Umständen zu grösseren Zusammenhängen zusammenfinden und dann Biomoleküle sein, die notwendige Voraussetzung von Leben sind.
5. Wir könnten auch darüber spekulieren,
Pfaffenwinkel 21.01.2013
dass es vor Jahrmillionen auf dem Mars intelligentes Leben auf dem Mars gab. Nur: Wo sind die Marsianer geblieben?
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