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Analyse: Wie dem Mars die Luft ausging

Marsrover "Curiosity": Seine Luftanalysen helfen Forschern  nun, die dünne Atmosphäre zu erklären  Zur Großansicht
REUTERS

Marsrover "Curiosity": Seine Luftanalysen helfen Forschern nun, die dünne Atmosphäre zu erklären

Der Mars hat den Großteil seiner Atmosphäre bereits vor Milliarden Jahren verloren. Neue Analysen des Marsrovers "Curiosity" zeigen zudem: Noch immer verliert der Mars Luft.

Eine neue Luftanalyse vom Mars stützt die Vermutung, dass der Rote Planet den Großteil seiner Atmosphäre bereits vor rund vier Milliarden Jahren verloren hat. Zwei Forscherteams kommen in einem Beitrag im Journal "Science" zu dem Schluss, nachdem sie Daten des Rovers "Curiosity" ausgewertet haben.

Der Mars ist wie die Erde vor etwa 4,5 Milliarden Jahren entstanden. Die Atmosphäre des Mars ist jedoch heute viel dünner als die irdische. Der Luftdruck ist auf der Erde etwa 150-mal so hoch wie auf dem Mars, wo er nur sieben Millibar beträgt. Wissenschaftler gehen aber davon aus, dass der Rote Planet einst eine viel dichtere Lufthülle besaß.

Kaum Sauerstoff

Der Marsrover "Curiosity" der US-Weltraumbehörde Nasa hat die Atmosphärenzusammensetzung auf dem Roten Planeten nun neu analysiert und Daten übermittelt. Die Luft auf dem Roten Planeten besteht demnach unter anderem zu 96 Prozent aus Kohlendioxid. Hinzu kommen je 1,9 Prozent des Edelgases Argon und dazu Stickstoff. Nur 0,145 Prozent der Marsatmosphäre besteht aus Sauerstoff, wie die Forscher um Paul Mahaffy vom Goddard Space Flight Center der Nasa schreiben. Die Luft auf der Erde enthält zum Vergleich rund 20 Prozent Sauerstoff. Die von "Curiosity" übermittelten Ergebnisse decken sich damit in etwa mit den Messungen der "Viking"-Sonden aus den siebziger Jahren.

Die Wissenschaftler bestimmten außerdem die relative Häufigkeit verschiedener Varianten der Elemente Wasserstoff, Kohlenstoff und Sauerstoff in der Marsatmosphäre. Dabei ähneln die jetzt gemessenen Isotopenverhältnisse denen aus dem rund 3,9 Milliarden Jahre alten Marsmeteoriten ALH 84001.

Das spreche für einen katastrophalen Atmosphärenverlust bereits vor dieser Zeit, schreiben die Wissenschaftler um Chris Webster vom California Institute of Technology in "Science" . Auch für den Zustand des heutigen Mars sind die Daten relevant. Denn die Messungen legten auch nahe, dass ein allmählicher Atmosphärenverlust auf dem Mars noch immer anhalte.

kpg/dpa

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insgesamt 34 Beiträge
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1. Der Sonnenwind weht die Atmosphäre weg
Isix 19.07.2013
Da der Mars kein Erdmagnetfeld hat, kann der Sonnenwind ungehindert auf die Atmosphäre des Mars einwirken und diese Teilchen für Teilchen mitnehmen. Ohne Erdmagnetfeld würde der Erde das gleiche Schicksal bevorstehen. Zum Glück dauert dieser Prozess sehr lange. Das Erdmagnetfeld ist schon überfällig die Pole zu wechseln. Es gibt viele Anzeichen dass der Polwechsel schon in Gange ist. Zum Glück wird die Dauer der Phase ohne Magnetfeld nicht so lange anhalten, dass die Atmosphäre verschinden würde.
2. Was schon lange bekannt war ...
platin-iridium 19.07.2013
- wird jetzt zu Gewißheit. Damit dürften sich auch die Pläne erledigen, den Mars zu besiedeln. Irgendwann ist er völlig ohne Atmosphäre.
3. Erklärbar
kritischergeist 19.07.2013
Der Mars hat erstmal eine geringer Schwerkraft als die Erde und dazu noch kein Magnetfeld. Das führt dazu dass seine Atmosphäre höher aufsteigt und weil das fehlende Magnetfeld den Sonnenwind, der eine Partikelstrahlung ist, nicht ableitet wie bei unserer Erde, trägt der Sonnenwind die Atmosphäre langsam ab. Sie wird quasi in den Weltraum hineingeblasen. Auch wenn wir dem Mars durch Terra-Forming eine Atmosphäre geben könnten würde auch diese wieder mit der Zeit abgetragen werden.
4. Luft?
kabaday 19.07.2013
Ist Luft nicht die spezielle Gaszusammensetzung der Atmosphäre unserer Erde? Müsste man nicht von von der Atmosphäre des Mars sprechen ( oder schreiben)?
5.
EvilGenius 19.07.2013
Zitat von kritischergeistDer Mars hat erstmal eine geringer Schwerkraft als die Erde und dazu noch kein Magnetfeld. Das führt dazu dass seine Atmosphäre höher aufsteigt und weil das fehlende Magnetfeld den Sonnenwind, der eine Partikelstrahlung ist, nicht ableitet wie bei unserer Erde, trägt der Sonnenwind die Atmosphäre langsam ab. Sie wird quasi in den Weltraum hineingeblasen. Auch wenn wir dem Mars durch Terra-Forming eine Atmosphäre geben könnten würde auch diese wieder mit der Zeit abgetragen werden.
Schon richtig, aber wir bräuchten sie wohl auch nur ein paar tausend Jahre. Wenn sie dann in 10 mio Jahren wieder weg ist, wird uns das egal sein.
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