Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.

Weltraummission: Sonde "Maven" hat Umlaufbahn des Mars erreicht

AP

Zehn Monate war sie unterwegs, 711 Millionen Kilometer ist sie geflogen - jetzt ist die US-Sonde "Maven" an ihrem Ziel angekommen. Ein Jahr lang soll sie erforschen, warum es kein Leben auf dem Mars gibt.

Die Forschungssonde "Maven" hat nach einer zehnmonatigen Reise die Umlaufbahn des Mars erreicht. Das meldete die US-Raumfahrtbehörde Nasa. Der unbemannte Roboter soll um den Roten Planeten kreisen und dessen Atmosphäre untersuchen. Von den Daten der rund 500 Millionen Euro teuren Mission erhoffen sich die Nasa-Forscher Erkenntnisse darüber, ob es einst Leben auf dem Mars gab - und ob Menschen auf dem Roten Planeten überleben könnten.

In der Kontrollstation der Nasa in Greenbelt im US-Bundesstaat Maryland brachen die Mitarbeiter am Sonntagmorgen (Ortszeit) in Jubel aus, als "Maven" das erste Signal aus der Umlaufbahn des Mars sendete. "Ich habe jetzt keine Fingernägel mehr, aber wir haben es geschafft", sagte Nasa-Einsatzleiterin Colleen Hartman.

Die Wissenschaftler nehmen an, dass das Klima auf dem Mars nicht immer so trocken und kalt war wie heute. Auf der Oberfläche des Planeten deuten Spuren darauf hin, dass es dort einmal Flüsse und Seen gegeben haben könnte. Die Atmosphäre hätte dafür aber deutlich dichter sein müssen.

Im April hatten Forscher vom California Institute of Technology Zweifel an bisherigen Theorien veröffentlicht: Ihren Erkenntnissen zufolge hat der Mars nie dauerhaft über Wasser verfügt. "Maven" soll nun für Aufklärung sorgen.

"Maven" ist die Abkürzung für "Mars Atmosphere and Volatile Evolution", zu Deutsch: "Entstehung der Atmosphäre und der flüchtigen Bestandteile des Mars".

Die Sonde war im November am Weltraumbahnhof Cape Canaveral ins All geschickt worden und hat seitdem 711 Millionen Kilometer zurückgelegt. Auf dem Mars rollen bereits Forschungsroboter "Curiosity" und sein Vorgänger "Opportunity", zudem kreisen mehrere Orbiter um den Planeten herum. "Maven" soll sich mit ihnen austauschen.

Die Messungen sollen ein Jahr dauern. Vor Beginn soll die Sonde eine sechswöchige Testphase durchlaufen. Die US-Raumfahrtbehörde erwägt eine bemannte Marsmission um das Jahr 2030.

vet/dpa/AFP/Reuters

Diesen Artikel...
Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 11 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
1. Usa
pewibe 22.09.2014
Beeindruckend! Während diese Nation rund 3/4Milliarde Kilometer in den Weltraum vordringt und das Leben und dasein verstehen Will, schlagen sich ein paar Killometer weiter auf unserem Planetchen die einen im vodkarausch und die anderen wegen religionen die Schädel ein! Erbärmlich eigentlich
2. Hmm
Dengar 22.09.2014
Das Ding ist durchschnittlich mit annähernd 100.000 km/h durchs All gedüst. Wollen die Amis Menschen auch in "nur" 10 Monaten zum Mars bringen?
3. @2
bewarzer-fan 22.09.2014
das ist mehr als doppelt so viel wie die 2. kosmische Geschwindigkeit, vulgo: Fluchtgeschwindigkeit von der Erde. Da von hier bis Mars kein Planet für ein swing-by zur Verfügung steht, muss dafür der Treibstoff der Rakete herhalten - und der ist nunmal begrenzt.
4. Wahnsinn
nijesh 22.09.2014
Was für eine Geldverschwendung!!! Wir haben genug Probleme auf dieser Erde...
5. Marsflug
skygirl 22.09.2014
Zitat von DengarDas Ding ist durchschnittlich mit annähernd 100.000 km/h durchs All gedüst. Wollen die Amis Menschen auch in "nur" 10 Monaten zum Mars bringen?
Es gibt nicht nur eine mögliche Transferbahn zum Mars. Bei einer bemannten Mission ist es durchaus angedacht den unbemannten Teil (Versorgungsgüter, Lander, Rückkehrmodul etc.) auf einer langsamen und effizienten Bahn auf den Weg zu schicken, während die Crew auf einer schnelleren und energetisch ungünstigeren Bahn nachkommt. Bei einer Sonde oder ggf. eben Versorgungsgütern, kommt es nicht auf die Geschwindigkeit an, der Sonde ist es egal, wie lange der Flug dauert und mittlerweile scheint ja auch die Zuverlässigkeit bei langen Flügen keine unlösbaren Probleme aufzuwerfen.
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    

© SPIEGEL ONLINE 2014
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH





Der kompakte Nachrichtenüberblick am Morgen: aktuell und meinungsstark. Jeden Morgen (werktags) um 6 Uhr. Bestellen Sie direkt hier: