Mars-Mission "Spirit" gibt der Nasa den Mut zurück

Mit einer Bilderbuchlandung auf dem Mars hat die Nasa ihren ersten großen Erfolg nach dem Absturz der Raumfähre "Columbia" erzielt. Die Sonde "Spirit" landete in der Nacht weich in einem Krater, sendete erste Signale zur Erde - und machte Fotos.


Blick auf den Mars-Horizont: Eines der Bilder, die der Rover an die Nasa funkte
DPA / NASA

Blick auf den Mars-Horizont: Eines der Bilder, die der Rover an die Nasa funkte

Kalt und trocken ist die Oberfläche des Mars. "Spirit" soll erkunden, ob es dort früher einmal Bedingungen gab, die Leben ermöglicht haben.

"Das ist eine großartige Nacht für die Nasa - wir sind wieder da", jubelte der Leiter der Raumfahrtbehörde, Sean O'Keefe, auch mit Blick auf das Unglück vom 1. Februar 2003, als alle sieben Astronauten an Bord der "Columbia" ums Leben kamen. "Das war eine perfekte Navigation", freute sich Projektleiter Louis D'Amario. "Wir hätten es nicht besser machen können." Die Mitarbeiter der Bodenkontrolle in Pasadena in Kalifornien brachen in Jubel aus und umarmten sich.

Landung im Gusev-Krater

Der 173 Kilogramm schwere Roboter landete weich im Gusev-Krater, einer Vertiefung von der Größe Hessens. Gesichert und abgebremst wurde die Landung mit einem Hitzeschild, einem Fallschirm und Bremsraketen. Acht Sekunden vor der Landung polsterten riesige Airbags das Aufsetzen ab.

Erste Bilder: "Spirit" funkte über 60 Aufnahmen zurück zur Erde. Auf vielen ist der Rover selbst zu sehen
AP / NASA

Erste Bilder: "Spirit" funkte über 60 Aufnahmen zurück zur Erde. Auf vielen ist der Rover selbst zu sehen

Die ersten neun Tage bleibt "Spirit" an Ort und Stelle. Danach soll das Gefährt auf seinen sechs Rädern durch die Gegend rollen und Eindrücke sammeln. Die ersten Bilder von "Spirit" zeigen unter anderem den Marshorizont und Teile des Gefährts.

Bisher sind zwei von drei Marslandeversuchen gescheitert. Der letzte Anlauf der Nasa schlug 1999 fehl, als der "Polar Lander" wegen eines Softwarefehlers auf der Oberfläche des Mars zerschellte. Das europäische Marslandegerät "Beagle 2" wird in Pasadena inzwischen auch als offenkundig gescheitert betrachtet, weil seit dem Absetzen des Geräts von ihrem Orbiter "Mars Express" keine Signale aufgefangen werden konnten. Die europäische Raumfahrtbehörde Esa hat die Hoffnung aber nicht aufgegeben, in der neuen Woche doch noch einen Kontakt herstellen zu können.

Alle 26 Monate eine Sonde

Mars-Rover Spirit im Landeanflug (Simulation): Hüpfen wie ein Gummiball
DPA / NASA

Mars-Rover Spirit im Landeanflug (Simulation): Hüpfen wie ein Gummiball

Zu dem 820 Millionen Dollar teuren Projekt der Nasa gehört auch die baugleiche Schwestersonde "Opportunity", die am 24. Januar auf dem Mars landen soll. Auch dieser Rover soll 90 Tage im Mars-Gestein und in Bodenproben nach Hinweisen auf Wasser suchen.

Mit den drei Landeprojekten wird der Umstand genutzt, dass der Mars der Erde derzeit so nahe ist wie zuletzt vor 60.000 Jahren. Die Nasa will künftig etwa alle 26 Monate eine Sonde von der Erde zum Mars schicken - immer dann, wenn beide Planeten auf ihren Umlaufbahnen um die Sonne einander passieren.

Weitere Aufnahme der Navigationskamera
DPA / NASA

Weitere Aufnahme der Navigationskamera

Neue Erkenntnisse über die Beschaffenheit der grundlegenden Bauteile des Sonnensystems erhoffen sich die Astronomen von der Sonde "Stardust". Diese flog am Samstag durch die Gaswolke des Kometen "Wild 2" und sammelte Staubpartikel ein. "Stardust" näherte sich dem Kometen bis auf 230 Kilometer. Dabei machte die Sonde auch 72 Fotos vom Kern des Kometen. "Wir haben erfolgreich Proben eines Kometen gesammelt und bringen sie jetzt nach Hause", sagte der leitende Wissenschaftler der Mission, Don Brownlee. Vom ersten Foto, das auf der Erde eintraf, zeigte sich Brownlee begeistert. "Wir wussten sofort, das ist ein Juwel", erklärte er.

"Stardust" soll im Januar 2006 wieder an der Erde vorbeifliegen und einen Behälter mit den gesammelten Staubproben über dem US-Staat Utah fallen lassen. Bei der Auswertung der Partikel soll die Hypothese überprüft werden, dass der Kometenstaub organische Moleküle enthält, mit denen das Leben auf der Erde begann. "Wild 2" wurde 1978 von dem Schweizer Astronomen Paul Wild entdeckt. Der Komet ist mit einem Teleskop von der Erde aus sichtbar.

Andrew Bridges, AP

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